Die Dosis bestimmt die Wirkung

Die GuKG-Novelle 2009 aus Sicht des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes

Wien (OTS) - Der vom Gesundheitsausschuss des Nationalrats eingebrachte Abänderungsantrag zur GuKG-Novelle 2009 sieht vor, dass künftig alle Beschäftigten, die in behördlich genehmigten Einrichtungen der Behindertenbetreuung tätig sind, Menschen mit Behinderung in Gruppen von maximal 12 Personen ganzheitlich begleiten und betreuen können. Die Voraussetzung dafür ist die Absolvierung des Ausbildungsmoduls "Unterstützung in der Basisversorgung".

Die Anwendung des erlernten Wissens aus dem Modul für die Basisversorgung ermöglicht den Menschen mit Behinderung künftig einen lebensnaheren Alltag. Allerdings ist dringend davor zu warnen, diese Tätigkeiten wie bereits von ÖVP-Behindertensprecher Dr. Franz-Josef Huainigg angedacht, zu erweitern und darüber hinaus auf mehrere Personen ausdehnen zu können. Hier erwächst für Menschen mit besonderen Bedürfnissen eindeutig ein Nachteil.

Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV) und Vorsitzende der Österreichischen Pflegekonferenz:

"Den Menschen mit Behinderung das Fachwissen der Pflege vorenthalten zu wollen, schafft eindeutig ein Ungleichgewicht. Ein weiteres Aufbürden von bis dato der Fachpflege vorbehaltenen Tätigkeiten hin zu Husch-Pfusch-Ausgebildeten ist aus unserer Sicht unverantwortlich. Hier geht es darum, Menschen mit besonderen Bedürfnissen das gleiche Recht auf kompetente Versorgung zu bewahren."

Die durch das Basismodul vermittelte Anleitung zur Grundversorgung der Menschen findet dort seine Grenzen, wo fachpflegerisches ExpertInnenwissen beginnt.

Ein Schritt in die richtige Richtung im Rahmen der Gesetzesnovelle ist die künftig gesetzlich verankerte Fortbildungsverpflichtung für die Pflegehilfe. Allerdings gilt es
auch hier festzuhalten, dass Fortbildung keineswegs Ausbildung ersetzt.

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