"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Ein Strache ist genug"

Simple Pauschal-Urteile über "Fremde" sind einer Innenministerin unwürdig.

Wien (OTS) - Stehsätze, ausweichende Antworten, keine Festlegung -das ist man von vielen Politikern gewohnt. Maria Fekter ist anders. Sie war nie eine Sprach-Schwurblerin. In all ihren Funktionen nannte die Oberösterreicherin die Dinge beim Namen. Ihre resche Art bewog die ÖVP, sie zur Innenministerin zu machen. Als Scharfmacherin in Sachen "Ausländer-Politik" sollte sie dem blauen Populisten Strache Paroli bieten.
Fekter wird ihrem Ruf gerecht. Ihre jüngsten verbalen Ergüsse:
Fundamentalisten müssten "aus Österreich eliminiert" werden; ein "Großteil der kriminellen Energie" komme von "Fremden"; Junge Migranten meldeten sich als Lehrstellen-Suchende, um Familienbeihilfe zu kassieren. Dabei täten sie nichts "außer einbrechen".
Solche Aussagen sind einer Ministerin, die für einen der sensibelsten Bereiche zuständig ist, unwürdig.
Wenn es einen bestimmten Verdacht gegen bestimmte Personen gibt, ist ihm nachzugehen. Wenn es Missstände gibt, sind sie abzustellen. Fekter hat die Handhabe dafür. Mit Pauschal-Verurteilungen, noch dazu in diesem Jargon, hetzt sie Bevölkerungsgruppen gegeneinander auf. Das ist unverantwortlich.
Fekter soll nicht beschönigen, aber auch nicht Angst schüren. Ein Strache ist genug.

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