Würdige Kranzniederlegung am Grab des Republik-Verkünders Dr. Franz Dinghofer

Graf: "Offizielles Österreich bleibt nötige Würdigung bis jetzt schuldig"

Wien (OTS) - Eine FPÖ-Delegation, angeführt vom Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf, hat heute am Linzer Barbara-Friedhof einen Kranz am Grab von Dr. Franz Dinghofer niedergelegt. Dinghofer verkündete am 12. November 1918 als Präsident der Provisorischen Nationalversammlung: "Deutschösterreich ist eine demokratische Republik". Dies war damals keine Selbstverständlichkeit, wollten doch starke kommunistische Kräfte eine Räte-Republik nach sowjetischem Vorbild installieren und trauerten viele Christlichsoziale der zusammengebrochenen Monarchie nach.

Angesichts dieser historischen Umstände könne die Bedeutung Dinghofers gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, erklärte Martin Graf in seiner Gedenkansprache: "Das offizielle Österreich ist ihm die nötige Würdigung bis jetzt schuldig geblieben." Worte des Angedenkens sprachen auch Landesrat Manfred Haimbuchner und Oberösterreichs FPÖ-Obmann Lutz Weinzinger.

Völlig an der historischen Realität vorbei gehen die Proteste der Grünen gegen die Kranzniederlegung, die versuchen, Dinghofer in ein rechtsextremes Eck zudrängen. Dem widersprechen schon die Umstände seines Rücktritts. Er musste als Justizminister - auch auf Drängen seiner eigenen Partei - im Jahr 1928 den Hut nehmen, weil er sich geweigert hatte, der Auslieferung des ungarischen Kommunistenführers Bela Kun zuzustimmen, zumal dieser in seiner Heimat kein faires Verfahren erwarten konnte. Im historischen Jahrbuch der Stadt Linz des Jahres 1969 schreibt Fritz Mayerhofer in einem ausführlichen Beitrag: "Dinghofer zählte zu jenen wenigen, die man als den Typus der politischen Mitte zu bezeichnen pflegt. (?) Sein Abschied aus der Politik muß als Ablehnung der sich anbahnenden radikalen Strömungen innerhalb des nationalen Lagers gesehen werden. Seine Ansichten verfocht er mit den Mitteln der Demokratie; daher machte er auch nicht den Schritt zum Nationalsozialismus, wie viele seiner ehemaligen Parteikollegen es taten, mit."

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