Wirtschaftstreuhänder warnen vor höheren Buchführungsgrenzen

Betriebe verlieren Informations-, Kontroll- und Steuerungsinstrument

Wien (OTS) - Der Jahresabschluss ist auch für kleinere Betriebe
ein unverzichtbares Instrument zur Steuerung des Unternehmens, das verloren geht, wenn auf die einfachere Einnahmen-Ausgaben-Rechnung umgestellt wird. Deshalb lehnt die Kammer der Wirtschaftstreuhänder die Anhebung der Buchführungsgrenzen ab, die im Entwurf des Rechnungslegungsrechts-Änderungsgesetz vorgesehen ist.

"Prinzipiell begrüßen die Wirtschaftstreuhänder jede Vereinfachung, die zur Entlastung von Betrieben führt. Das gilt auch für die geplante Modernisierung der Rechnungslegungsvorschriften", sagt der Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Mag. Klaus Hübner. Die in dem Entwurf zum Rechnungslegungsrechts-Änderungsgesetz 2010 vorgesehene Anhebung des Schwellenwerts für die unternehmensrechtliche Rechnungslegungspflicht von 400.000 auf 700.000 Euro Jahresumsatz lehnt die Kammer aber ab. "Mit dem Verzicht auf doppelte Buchführung und Jahresabschluss gehen zu viele wichtige Informationen wie Eigenkapitalquote oder Stand der offenen Forderungen und Verbindlichkeiten verloren. Damit können krisenhafte Entwicklungen bis hin zur drohenden Insolvenz nicht rechtzeitig erkannt werden", argumentiert Hübner. Außerdem sind die Informationen aus dem Jahresabschluss auch für die Unternehmensfinanzierung durch die Banken im Zusammenhang mit Basel II nach Meinung der Wirtschaftstreuhänder unerlässlich. Hübner: "Gerade in Krisenzeiten brauchen die Betriebe selbst und die Unernehmen mit denen sie zusammen arbeiten mehr und nicht weniger Informationen, um einen sicheren Kurs zu steuern."

Hübner zweifelt auch an den vom Gesetzgeber als Begründung für die höheren Buchführungsgrenzen angeführten Einsparungen bei den Betrieben. In der Praxis würden nämlich auch Einnahmen-Ausgaben-Rechner normale Buchhaltungsprogramme einsetzen oder müssten aus Gründen der Kontrolle betriebswirtschaftlich notwendige Nebenaufzeichnungen führen. Hübner: "Die tatsächlich möglichen Einsparungen sind bescheiden und stehen in keinem Verhältnis zum größeren Risiko, wenn auf das Informationssystem eines kompletten Rechnungswesens verzichtet wird."

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