Maier: Risiko Wintersport - Todesfälle dramatisch gestiegen

Einheitliche Pistenordnungen in den Bundesländern notwendig

Wien (OTS/SK) - "Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl tödlich verunfallter WintersportlerInnen auf Österreichs Skipisten und bei Skitouren oder Variantenskifahren. In der Saison 2008/09 gab es bereits 60 Todesfälle, 2007/08 50 Todesfälle und 2006/07 gab es 42 Todesfälle", erklärte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Um die Sicherheit von WintersportlerInnen zu erhöhen ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen erforderlich, wie in allen Bundesländern einheitliche Pistenordnungen oder selbstverständlich die Helmpflicht für alle jugendlichen Ski-und SnowboardfahrerInnen bis zum 15. Lebensjahr. Sieben Bundesländer haben diese Vereinbarung auch unterschrieben, nur Tirol, Vorarlberg und Oberösterreich weigern sich, diese Helmpflicht landesgesetzlich zu regeln - ein Föderalismus der besonderen Art", kritisierte Maier. ****

Maier präsentiert erstmals Zahlen zu Ski- und Snowboardunfällen, nur ein Teil des Unfallgeschehen werde von PolizistInnen erhoben und statistisch erfasst und dann vom Kuratorium für Verkehrssicherheit ausgewertet. Dabei handle es sich ausschließlich um tödliche Unfälle und Unfälle mit Verdacht auf Fremdverschulden, alle anderen Unfälle von WintersportlerInnen werden unmittelbar nicht erfasst. Ähnlich wie bei den Todesfällen von WintersportlerInnen auf Sikpisten und im freien Skiraum sei die Entwicklung bei den Lawinentoten (31 Todesfälle) und den Todesfällen (27) aufgrund eines internen Notfalls (z.B. Herzinfarkt), so Maier.

Die Freizeitunfallstatistik des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) ergab für Jahr 2008 über 60.000 Wintersportunfälle, darunter 46.300 Unfälle beim Alpinskilauf und 11.900 Unfälle beim Snowboarden. Diese Unfallzahlen sind seit Jahren in etwa konstant, der Verletzungsgrad ist allerdings durch höhere Geschwindigkeiten und das Material gestiegen. Auch für die Skisaison 2008/2009 wurden mit ca. 60.000 verletzten SportlerInnen (mit Verletzungen wie Prellungen, Platzwunden, Schnittwunden, Brüche, Kopfverletzungen, Becken- und Wirbelsäulenverletzungen und innere Verletzungen etc.) gerechnet. Bedauerlicherweise gibt es keine Zahlen über die gesundheitlichen Folgen von Wintersportverletzungen, wie z.B. über dauernde Invalidität.

Nach einer Studie des Instituts für Sportwissenschaften der Universität Innsbruck, die vom ÖSV in Auftrag gegeben worden ist, waren in der Saison 2007/2008 die SkifahrerInnen mit 83 Prozent von Verletzungen betroffen, 17 Prozent SnowboarderInnen. Weiters gelten Stürze ohne Fremdverschulden mit 87 Prozent als häufigste Unfallursache.

"Das Thema 'Sicherheit auf Skipisten und im freien Skiraum' kann sich nicht nur auf die Diskussion um eine Helmpflicht beschränken, es geht beim industriellen Massensport um ein Bündel von Maßnahmen durch Skiliftbetreiber, Tourismusregionen, Versicherungen, Reiseveranstalter, Bundesländer, Sozialversicherungsträger, Ministerien etc.", so Maier, der folgende Maßnahmen vorschlägt:

* Körperliche Fitness, Risikobewusstsein und die Kenntnis der FIS-Regeln kann leider nicht verordnet werden. Daher sind gesundheitspräventiv Aufklärungs- und Informationsmaßnahmen zu verstärken.

* Koordinierung aller Aufklärungs- sowie Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen unter Einbeziehung aller Akteure im Wintersport (Umsetzung von "Best-Practice-Modellen").

* Helmpflicht für alle jugendlichen SkifahrerInnen und SnowboarderInnen bis zum 15. Lebensjahr in Österreich.

* Harmonisierung aller Pistenordnungen in Österreich. Eine -unterschiedliche - föderale Gesetzgebung ist kontraproduktiv und eine Zumutung für WintersportlerInnen (UrlauberInnen).

* Mittelfristig wird zu klären sein, ob in Skigebieten weiterhin "Alpinpolizisten" Pistendienste vornehmen sollen oder - ähnlich wie bei anderen sportlichen Großveranstaltungen (z.B. Fußball, Radrennen) der Skiliftbetreiber als Veranstalter für eine "Pistenpolizei" verantwortlich ist.

* Modelle für verpflichtende Freizeit-Unfallversicherungen (Kombination mit einer Haftpflichtversicherung), die flächendeckend angeboten werden können (z.B. 1 Euro pro Liftkarte für den Versicherungsschutz).

* Initiative Österreichs auf EU-Ebene für eine Harmonisierung von Pistenordnungen auf einem hohen Sicherheitsniveau und des Pistenrechts.

(Schluss) bg/mp

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