Schatz zu Arbeitslosenzahlen: Krise wird schön geredet

Regierung versteckt die Probleme statt sie konsequent zu bearbeiten

Wien (OTS) - "Die 6,8 Prozent Arbeitslosenquote schön zu reden, hilft wenig. Denn klar ist, dass neben den bereits jetzt arbeitslos gemeldeten 320.000 Personen weitere zigtausend Menschen direkt von der Arbeitsmarktkrise betroffen sind. Dazu gehören jene, die wegen ihrer ehemals atypischen Beschäftigung keine Ansprüche aus der Arbeitslosenversicherung haben oder auch jene beschäftigungslosen jungen Menschen, die noch gar nicht in das Berufsleben einsteigen konnten. Sie alle scheinen nicht in den Statistiken auf und bleiben in der Krise weitgehend ohne Unterstützung übrig. Aber auf diesem Auge scheint die Regierung blind zu sein", kommentiert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen, die heutige Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten vom Oktober.

Doch auch der Umgang mit registrierten Erwerbsarbeitslosen ist für Schatz unbefriedigend: "In Österreich werden Menschen die ihren Job verloren haben in die Armut gedrängt. Das ist ein Skandal. Wir brauchen endlich eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes und der Notstandshilfe. Jeder dort investierte Euro fließt über den Konsum direkt in den Markt zurück und unterstützt damit die Konjunktur. Hier zu knausern ist kurzsichtig."

Bedauerlich ist für Schatz weiters, dass die Regierung unzählige Millionen investiert um überalterte Strukturen zu erhalten. Diese Maßnahmen seien nicht geeignet um Probleme zu lösen, sondern würden sie nur verstecken. "Überbetriebliche Ausbildungslehrgänge für Lehrlinge täuschen darüber hinweg, dass die duale Ausbildung in der aktuellen Form nicht mehr funktioniert. Aber statt das Problem beim Kern anzugehen und endlich die Lehrlingsausbildung zu reformieren, gibt es jetzt zigtausende Lehrgangsplätze, die bei den Jungen ganz schlecht ankommen.", so Schatz. Ähnlich sei es beim Thema Kurzarbeit. "Zum einen werden durch die Kurzarbeitsbeihilfe Millionen in die Erhaltung einer Automobilbranche auf Basis fossiler Antriebe investiert, die uns beim Umstieg auf den Beschäftigungsmotor Erneuerbare Energien fehlen" erklärt Schatz. Zum anderen wäre statt der Kurzarbeit in einigen wenigen Unternehmen eine generelle gerechtere Verteilung von bezahlter Arbeit anzustreben. "Wir brauchen eine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung. Doch trotz entsprechender Ankündigungen ist Minister Hundstorfer selbst bei der Reduzierung des immensen Überstundenvolumens in Österreich konkrete Maßnahmen schuldig geblieben. Das ist enttäuschend" so Schatz.

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