Tumpel: Wir brauchen ein neues Arbeitsmarktpaket!

Wien (OTS) - Mit fast 320.000 Menschen ohne Arbeit, davon rund 74.000 in Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice (AMS), ist die Zahl der Arbeitsuchenden in Österreich auch im Oktober gegenüber dem Vorjahr markant angestiegen (plus über 24 Prozent). Für AK-Präsident Herbert Tumpel sind diese Daten ein eindeutiger Auftrag an die Politik, weitere Schritte zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit zu setzen: "Wir brauchen ein neues Arbeitsmarktpaket. Je früher desto besser." Weitere Maßnahmen zur Sicherung von Beschäftigung sind dringend notwendig, denn letzte Arbeitsmarktprognosen lassen befürchten, dass es noch 2009 und im Jahr 2010 zu einem weiteren, deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit kommen könnte. Zur Verhinderung eines Anstiegs der Arbeitslosigkeit ist ein weiteres umfangreiches Paket von Maßnahmen der Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik notwendig. Dazu gehören neben einer besseren finanziellen Absicherung bei Arbeitslosigkeit und der bestmöglichen Berufsausbildung für alle Jungen, die aus der Schule kommen, auch der Ausbau arbeitsmarktpolitischer Instrumente, wie der weitere Ausbau der Bildungskarenz, eine Bildungsteilzeit mit Anspruch auf Teilbildungsgeld und die Möglichkeit für Kurzarbeit in kleinen und mittleren Betrieben.

Die Arbeitslosigkeit ist im Oktober 2009 um über 24 Prozent auf fast 320.000 Menschen ohne Arbeit angestiegen, rund 74.000 davon befinden sich in Schulungen des AMS. Damit ist die Zahl der Arbeitsuchenden gegenüber dem Oktober des Vorjahres um über 32 Prozent angestiegen. Besonders betroffen sind weiterhin die jungen ArbeitnehmerInnen bis zum 25. Lebensjahr. Bei ihnen ist die Arbeitslosigkeit mit 17 Prozent (ohne SchulungsteilnehmerInnen) wieder deutlich gewachsen. Besonders betroffen sind auch die Älteren ab 50 Jahren, hier stieg die Arbeitslosigkeit um rund 20 Prozent.

Das neue Arbeitsmarktpaket zur Krisenbekämpfung muss insbesondere umfassen:
+ Förderung zusätzlicher Beschäftigung im öffentlichen und gemeinnützigen Bereich, die dem Ausbau sozialer, kultureller und ökologischer Dienstleistungen im kommunalen Bereich zugute kommen soll. Verdrängungseffekte gegenüber regulärer Beschäftigung müssen aber vermieden werden.

+ Schaffung einer speziellen Förderung der Beschäftigung von Arbeit Suchenden, die nach Absolvierung einer Ausbildung keinen ungeförderten Arbeitsplatz finden können. Zielgruppe sollen hier vor allem die Jungen sein.

+ Ausbau arbeitsmarktpolitscher Instrumente. Insbesondere der weitere Ausbau der Bildungskarenz, die Ermöglichung einer Bildungsteilzeit mit Anspruch auf Teilbildungsgeld und die Ermöglichung eines raschen Zuganges Kurzarbeit für kleine und mittlere Betriebe.

+ Stabilisierung der Beschäftigung in Branchen mit stark schwankender Beschäftigung durch Schaffung von Weiterbildungsmöglichkeiten während eines Beschäftigungsverhältnisses als Alternative zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses.

+ Verteuerung von regelmäßig geleisteten Überstunden für die Arbeitgeber mit dem Ziel der Förderung von Neueinstellungen.

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