"Msgr. Otto Mauer-Preis" für Siggi Hofer

Jury entschied sich für den in Südtirol geborenen und in Wien lebenden Künstler - Überreichung durch Bischof Kapellari am 17. November im Wiener Erzbischöflichen Palais

Wien, 01.11.2009 (KAP) Der in Südtirol geborene und in Wien lebende Künstler Siggi Hofer wird mit dem diesjährigen "Msgr. Otto Mauer-Preis" ausgezeichnet. Der vom "Otto Mauer-Fonds" vergebene Preis ist mit 11.000 Euro dotiert; prämiiert wird jeweils das Gesamtwerk eines Künstlers unter 40. Der Preis wird vom Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari - der in der Österreichischen Bischofskonferenz für Fragen von Kunst und Kultur zuständig ist) am Dienstag, 17. November, um 19.30 Uhr in den Festräumen des Wiener Erzbischöflichen Palais an Siggi Hofer übergeben.

Vom 20. November bis 20. Dezember präsentiert Siggi Hofer im JesuitenFoyer (Bäckerstraße 18, 1010 Wien) ausgewählte Arbeiten. Die Eröffnung findet am Donnerstag, 19. November, um 19.30 Uhr statt. Der Eintritt ist frei (die Ausstellung ist Mittwoch bis Samstag von 13 bis 18 Uhr, am Sonntag von 10.30 bis 13 Uhr geöffnet).

Die Jury des "Msgr. Otto Mauer-Preises 2009" - Gunter Damisch, Rainer Fuchs, Ursula Hübner, P. Gustav Schörghofer SJ und Johanna Schwanberg - wollte mit ihrer Wahl sowohl die inhaltlichen als auch die formalen Qualitäten der Arbeit von Siggi Hofer würdigen und nachdrücklich darauf aufmerksam machen. In der Begründung der Jury für die Preisvergabe an Siggi Hofer heißt es wörtlich:
"Großformatige Papierarbeiten, Zeichnungen und Malerei, Skulpturen und Installationen zeigen eine vom Menschen durch und durch gestaltete Welt. Die Spannung zwischen Individuum und dem Überindividuellen einer Stadt, durchziehen diese Welt. Im Modell wird das Wohlgeordnete einer von oben betrachteten Musterstadt vorgeführt. Diese penible Ordnung wird aber durch Brüche, monströse Architekturen, wie vom Himmel gestürzte Objekte oder Löcher inmitten der bebauten Welt, immer wieder zu Fall gebracht. Sehnsüchte des Individuums nach Behausung und freier Entfaltung klingen immer wieder an, werden aber gebrochen. Die Kunst Siggi Hofers wird von einem Hauch des Kindlichen durchweht, einem im Spielerischen durchgehaltenen Ernst. So heiter die Arbeiten auf den ersten Blick wirken, so sehr wird diese Heiterkeit bei genauerem Hinsehen in Frage gestellt". Das in allem durchgehaltene Schweben zwischen ernst und heiter, schwer und leicht, oberflächlich und abgründig mache die besondere Qualität der Kunst von Siggi Hofer aus.

Seit 1981 verleiht der "Otto Mauer-Fonds" der Erzdiözese Wien den "Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst". Der "Otto Mauer-Fonds" wurde von Kardinal Franz König und dem Erben Msgr. Otto Mauers, Prälat Karl Strobl, gegründet. Aufgabe des Fonds ist es, im Sinn des besonderen Anliegens von Otto Mauer den Dialog zwischen Kirche, Kunst und Wissenschaft lebendig zu halten und weiterzuführen.

Folgende KünstlerInnen haben den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst erhalten: Alfred Klinkan (1981), Gottfried Mairwöger (1982), Erwin Bohatsch (1983), Erwin Wurm (1984), Gunter Damisch (1985), Franz West (1986), Gustav Troger (1987), Peter Kogler (1988), Brigitte Kowanz (1989), Christoph Luger (1990), Martin Walde (1991), Lois Renner (1992), Heimo Zobernig (1993), Tobias Pils (1994), Maria Hahnenkamp (1995), Otto Zitko (1996), Aglaia Konrad (1997), Gregor Zivic (1998), Manfred Erjautz (1999), Florian Pumhösl (2000), Michael Kienzer (2001), Dorit Margreiter (2002), Simon Wachsmuth (2003), Esther Stocker (2004), Jun Yang (2005), Bernhard Fruehwirth (2006), Ursula Mayer (2007) und Isa Rosenberger (2008).

Neben der jährlichen Vergabe des "Msgr. Otto Mauer-Preises" fließt der weitaus größte Teil der Mittel des "Otto Mauer-Fonds" in die Förderung aktueller Projekte in den Bereichen bildende Kunst, Musik, Theater, Wissenschaft, Erziehung und Erwachsenenbildung. Unter den geförderten Projekten waren u.a. die vom "Kunstraum Kirche" in der Innsbrucker Dompfarre initiierte Installation "Freiheit zwischen Selbstbehauptung und Verblendung" und das internationale integrative Kulturfestival "Sicht:Wechsel", das alle zwei Jahre in Linz stattfindet.

Dem Salzburger Nachwuchskomponisten Marios Joannou Elia wurde die Möglichkeit gegeben, an Neukompositionen für ein Gitarrenquartett und einen Kinderchor zu arbeiten. Ein anderes unterstütztes Projekt widmet sich der Erforschung eines bereits bestehenden kompositorischen Werks: Prof. Roman Summereder untersucht und sichtet die Orgelkompositionen Anton Heillers. Das Ziel ist die Produktion einer CD mit ausgewählten Orgelwerken des Komponisten, die höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird. Der "Otto Mauer-Fonds" unterstützte aber auch das Stationstheaterstück "komA", mit dem sich Schüler des Linzer Bundesrealgymnasiums Fadinger Straße der Vorgeschichte von Gewalttaten an Schulen annähern. Gefördert wurde auch die dokumentarische Arbeit "Liebe Geschichte" des Künstlerduos "Klub Zwei", in der analysiert wird, wie die Nachfahren von nationalsozialistischen Tätern mit ihrer Familiengeschichte umgehen.

Mit "Wenn ich die Kamera öffne" unterstützte der "Otto Mauer-Fonds" die zweite eigenständige Katalogsproduktion der (u.a. durch ihre Zusammenarbeit mit Prof. Kurt Lüthi) bekannten österreichischen Künstlerin Linda Christanell. Darüber hinaus wurden die Publikation "Brut" von Paul Kranzler und ein Künstlerbuch von Claudia Märzendorfer durch den "Otto Mauer- Fonds" unterstützt. (Informationen: Christina Werner, Tel. 01/ 524.96.46/22, E-Mail:
werner@kunstnet.at; Christian Schneider, Tel. 01/317.61.65/42, E-Mail: office@otto-mauer-fonds.at).

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