Größte Studie zu Arbeitsbedingungen der Gesundheitsberufe in NÖ gestartet

45.000 Fragebögen verschickt - Enorme Arbeitsverdichtung in Krankenhäusern

Wien (OTS/AKNÖ) - Die Zahl der Gesundheits- und
KrankenpflegerInnen in den Spitälern geht seit Jahren kontinuierlich zurück, gleichzeitig steigt die Patientenzahl sprunghaft an. Die Arbeitsverdichtung hat nach Industrie, Handel und Gewerbe auch die Beschäftigten im Gesundheitswesen erfasst. AKNÖ-Vizepräsidentin Brigitte Adler hat deshalb die größte Studie über Arbeitsbedingungen des Krankenpflegepersonals initiiert, die es jemals in Niederösterreich gegeben hat. Die wissenschaftliche Auswertung der anonymen Umfrage hat die Sozialwissenschaftliche Forschungsstelle übernommen.

Brigitte Adler: "So wie die Ärzte nicht die Götter in Weiß sind, so sind die Krankenpflegepersonen nicht die sanften Engel, die aus purer Selbstaufopferung diesen anspruchsvollen Beruf ausüben." Dieses Bild ist noch immer in vielen Köpfen und muss korrigiert werden. Die Gesundheits- und Krankenpflege ist keine Berufung, sondern eine hochqualifizierte Profession. Feiertags-, Nacht- und Wochenenddienste sind besondere Belastungen zwischen familiären und beruflichen Anforderungen. Die großangelegte Studie soll fundierte Daten liefern, "damit wir genau dort die Arbeitsbedingungen verbessern können, wo es notwendig ist", sagt dazu die diplomierte Krankenschwester und AKNÖ-Vizepräsidentin.

Arbeitsverdichtung in allen Gesundheitsberufen Die Patienten bleiben kürzer in den Krankenhäusern, doch stieg die Zahl der Neuaufnahmen und damit die arbeitsintensivste Zeit in den vergangenen 10 Jahren um 18 Prozent an. Gleichzeitig geht der Personalstand laufend zurück. In den Ordinationen wiederum steigt die Zahl der Teilzeitbeschäftigung, was die Abhängigkeit von den ÄrztInnen erhöht. Adler: "Arbeitsplätze in Ordinationen sind meist nahe am Wohnort, nahe bei den Schulen und Kindergärten. Diese Arbeitsplätze wollen Frauen nicht verlieren und verzichten dafür auf viele ihnen zustehende Rechte bei Bezahlung oder Urlaubseinteilung, geht aus zahlreichen Anfragen bei der Arbeiterkammer hervor. Die AKNÖ-Studie erfasst alle nicht-ärztlichen Berufsgruppen im Gesundheitswesen und wird in den nächsten Wochen ausgewertet. "Auch angestellte Ärzte wollten bei dieser Studie mitmachen, doch kam es diesbezüglich noch zu keiner Einigung mit der Ärztekammer", bedauerte die AKNÖ-Vizepräsidentin, dass die Studie nur für AK-Mitglieder durchgeführt werden kann.

Rückfragen:
Dipl.-Krankenschwester und BRV Landesklinikum Klosterneuburg, Brigitte Adler, Tel. 0664 83 24 353
AKNÖ-Gesundheitsexperte Dr. Bernhard Rupp, MBA, Tel. 05-7171-1272

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