Bevor die Mauer fiel: Rückblick auf Wiens Kommunalpolitik (3)

Tangentenverlängerung, Radrundfahrt und Kurzparkzonen

Wien (OTS) - Bevor die Welt und damit auch Wien nach Berlin
blickte, herrschte in Wiens Kommunalpolitik "business as usual".
So wurden im Juni 1989 die Verlängerung der Südost-Tangente nach Stadlau-Hirschstetten sowie etliche Straßenerneuerungen und -verbreiterungen vom Knoten Landstraße bis Knoten Kaisermühlen durchgeführt. Den sportbegeisterten Wienerinnen und Wienern wurde mit dem Start der 41. Österreich-Radrundfahrt ebenfalls im Juni 1989 vor dem Rathaus eine spannende Veranstaltung geboten. Vor dem "Sommerloch" debattierte man die Überwachung der rund 900 Kurzparkzonen. Diese wurden ab 1. Juli 1989 nicht mehr von der Polizei, sondern von Bediensteten des Magistrats durchgeführt. Das Sommerwetter gehörte in diesem Jahr nicht unbedingt zu den Highlights, so zählten die Wiener Bäder nur rund 1.566.372 Gäste.

Vorbereitungen für BesucherInnenströme aus Osteuropa

Im August 1989 machte sich Wien auf den Weg zur "Stadt ohne Grenzen". So forderte der damalige Planungsstadtrat Hannes Swoboda Maßnahmen, um sich auf eine etwaige Öffnung des "Eisernen Vorhanges" vorzubereiten. Swoboda rechnete zusätzlich zum ungarischen Besucherstrom auch mit (Einkaufs)Tourismus aus Bratislava. Einen Monat später beschlossen der damalige Wiener Vizebürgermeister Hans Mayr und sein Prager Amtskollege, Jaroslav Piskac, eine engere kulturelle und wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Städte. Laut Rathauskorrespondenz ging es um das Mozartjahr 1991 und um eine Beteiligung Wiens an der Prager Industrieausstellung 1991.

Schulbeginn und Gemeinderat

"Business as usual" hieß es aber auch im September 1989 für rund 187.000 Schülerinnen und Schüler. Der damalige Verkehrsstadtrat Johann Hatzl appellierte an alle motorisierten Verkehrsteilnehmer, besonders rücksichtsvoll und aufmerksam zu fahren und speziell in den Morgenstunden, vor Schulen, mit gutem Beispiel voranzugehen. Währenddessen diskutierte man im Gemeinderat die Nutzung der Roßauer Kaserne, Maßnahmen zum Grundwasserschutz und den Stellenwert der Hauskrankenpflege. Die Eröffnung der U6-Station Philadelphiabrücke und die damit verbundene Einstellung der Straßenbahnlinie "8" löste ebenso eine heftige Debatte aus.

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