Bures: Mehr Verkehrssicherheit durch Winterreifenpflicht

Wien (OTS/BMVIT) - "Sommerreifen sind bei winterlichen Verhältnissen auf der Straße ein großes Sicherheitsrisiko", erinnert Verkehrsministerin Doris Bures an die situative Winterreifenpflicht auf Österreichs Straßen, die für Pkw ab 1. November bis zum 15. April des Folgejahres bei winterlichen Fahrverhältnissen gilt. Bures unterstreicht die Bedeutung einer der Witterung entsprechenden Ausrüstung: "Ein neuer Sommerreifen hat auf Schneefahrbahn einen mindestens doppelt so langen Bremsweg wie ein neuer Winterreifen." Wo bei einer Bremsung aus 80 km/h das winterbereifte Fahrzeug bereits zum Stillstand gekommen ist, hat das sommerbereifte Fahrzeug noch ca. 50 km/h Restgeschwindigkeit. Ein schwerer Unfall wäre die Folge. ****

Seit 1. Jänner 2008 besteht die Winterausrüstungspflicht für die Autofahrerinnen und Autofahrer in Österreich. Für Lenkerinnen und Lenker von Lkw über 3,5 Tonnen höchstzulässigem Gesamtgewicht und Omnibusse gilt eine generelle Winterreifenpflicht. Das bedeutet, dass das Fahrzeug im vorgegebenen Zeitraum immer Winterreifen montiert haben muss, unabhängig davon, ob auf der Fahrbahn Schnee liegt oder nicht. Diese Pflicht gilt für Lkw über 3,5 Tonnen vom 1. November bis 15. April und für Busse vom 1. November bis 15. März.

Zwtl. Winterreifen - mehr Sicherheit bei winterlicher Witterung

Gesetzlich werden als Winterreifen jene anerkannt, die mit den Bezeichnungen "Matsch und Schnee" gekennzeichnet sind (gängige Abkürzungen: M+S, M.S. oder M&S). Die Reifen müssen bei Pkw und Lkw bis zu einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimeter bei Radialreifen (häufigste Reifenbauart) und 5 Millimeter bei Diagonalreifen aufweisen. Das gilt auch für so genannte Ganzjahresreifen, Allwetterreifen sowie Spikereifen. Reifen von Lkw über 3,5 Tonnen müssen eine Mindestprofiltiefe von 6 Millimeter bei Diagonalbauweise und 5 Millimeter bei Radialreifen aufweisen.

Folgen einer falschen Bereifung

Wer der Winterausrüstungspflicht nicht nachkommt, der muss mit einer Geldstrafe von 35 Euro rechnen. Sollten andere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer gefährdet werden, drohen bis zu 5.000 Euro Strafe. Durch die Einführung der Winterausrüstungspflicht besteht bei Unfällen nun die sogenannte umgekehrte Beweispflicht. Das bedeutet, dass Personen, die mit Sommerreifen unterwegs waren, beweisen müssen, dass der gleiche Unfall auch mit einer Winterausrüstung passiert wäre. Sonst trifft die Lenkerin oder Lenker jedenfalls ein Teilverschulden. (Schluss)

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