Grüne Jugend Niederösterreich solidarisiert sich mit StudentInnen-Protesten.

Gruska: "Lage ist untragbar. Forderunge der StudentInnen umsetzen!"

St. Pölten (OTS) - Der Landessprecher der Grünen Jugend Niederösterreich, Patrick Gruska - selbst Student - , weiß um die Problematiken bestens bescheid: "Nicht nur an unserem Institut - dem Institut für Politikwissenschaft - ist die Lage untragbar. Am Boden, auf den Fensterbänken und auch vor dem Hörsaal sitzende Studierende sind leider schon die Regel. Zu Beginn meines Studiums saßen in einem Seminar maximal 20 bis 25 Leute, heute sind 50 das Minimum. Die Qualität solcher Lehr-Veranstaltungen und dem dabei Gelernten sind extrem gefährdet."
Studiengebühren seien für ihn aber kein probates Mittel zur Lösung der Probleme. Diese würden bloß finanzschwache Studierwillige weiter benachteiligen. "Ziel unseres Staates sollte es sein, möglichst vielen Menschen eine gute und qualitativ hochwertige Ausbildung zu ermöglichen." so Gruska weiter, "Mittelfristig bringt das auch große Vorteile für die gesamte Volkswirtschaft!".
Nachdem er und weitere KollegInnen der Grünen Jugend zusammen mit Bundesrätin Elisabeth Kerschbaum bereits den Freitag Nachmittag und Abend im Audimax verbracht haben, wollen sie auch die nächsten Tage möglichst oft und lange unterstützend dabei sein. Besonders für die angekündigte Großdemo in Wien bitten sie um zahlreiche Teilnahme.

Die Forderungen der StudentInnen nochmals im Detail:

1) Bildung statt Ausbildung
Bildung für eine mündige Gesellschaft und nicht bloße Ausbildung nach wirschaftlicher Verwertbarkeit! Unser Ziel ist die Möglichkeit eines freien, selbstbestimmten Studiums für Alle! Wir wollen keine Verschulung der Studienpläne! Daher fordern wir eine grundlegende Überarbeitung des BA/MA Systems.

  • Schluss mit den STEPs als versteckten Zugangsbeschränkungen. Die STEP als eine tatsächliche Orientierungsphase statt als Selektionsinstrument durch Knock-Out Prüfungen.
  • Freie Gestaltung des Studiums - Schluss mit der unnötigen Verzögerung durch Voraussetzungsketten
  • Freie Wahlfächer statt Erweiterungscurricula
  • Weg mit den intransparenten Anmeldesystemen
  • Freie Master und PhD Zugänge
  • Gewährleistung der Beendigung des begonnenen Studienplans (zB Diplom). Dazu bedarf es eines entsprechenden Lehrangebots und fixer Äquivalenzlisten sowie der bestehenden Übergangsfristen.
  • Aufrechterhaltung der noch bestehenden Diplomstudiengänge
  • Gewährleistung der Anrechenbarkeit von LVs und Abschlüssen im In-und Ausland

2) Freier Hochschulzugang
Freie Studienplätze für Alle und Abschaffung der Studiengebühren, auch für nicht-EU-BürgerInnen und Langzeitstudierende. Die Sicherstellung eines angemessenen Lehrangebots und die Qualität der Lehre darf nicht durch Zugangsbeschränkungen erwirkt werden. Freier Hochschulzugang und qualitativ hochwertige Lehre sind kein Widerspruch! Es gibt nicht zu viele Studierende sondern nur zu wenige Studienplätze!

3) Demokratisierung der Universitäten
Unser Ziel ist die demokratische Organisation der Universitäten. Dazu gehört eine Demokratisierung der Verwaltung in einer Form, die ProfessorInnen, Studierende, das wissenschaftliche und das nicht wissenschaftliche Personal gleichberechtigt an der Entscheidungsbildung beteiligt.

  • Neuverteilung der Stimmrechte im Senat mit dem Ziel einer echten Demokratisierung zum Beispiel nach dem Prinzip der Viertel-Parität
  • Keine Studienplanänderungen ohne Mitbestimmung der Studierenden
  • Einführung demokratischer Entscheidungsstrukturen auf allen Ebenen
  • Transparente Entscheidungsfindungsprozesse müssen auf allen Ebenen etabliert werden
  • Anti-Diskriminierung als Grundkonsens in allen universitären Bereichen
  • Ersatzlose Abschaffung des Universitätsrates
  • Auflösung des Top-Down Prinzips
  • Rücknahme der ÖH Wahlrechtsreform 2004 - Wiedereinführung des Direktwahlmodus bei ÖH Wahlen
  • Studentische Räume müssen geschützt werden

4) Ausfinanzierung der Universitäten

  • Transparenz bei der Finanzierung von Forschung und Lehre
  • Mitbestimmung bei der Mittelverwendung an Universitäten
  • Abschaffung aller noch bestehenden Studiengebühren, auch für nicht-EU-BürgerInnen und Langzeitstudierende
  • Finanzielle Absicherung der Studierenden
  • Wiedereinführung der StudentInnenfreifahrt
  • Aufhebund aller finanziellen Zugangsbarrieren im Bildungsbereich

5) Das Behindertengleichstellungsgesetz muss an allen österreichischen Universitäten umgesetzt werden, um ein barrierefreies Studieren zu ermöglichen.

6) Beendigung der prekären Dienstverhältnisse an den Universitäten

7) 50% Frauenquote in allen Bereichen des universitären Personals

Rückfragen & Kontakt:

Michael Sigmund, Mobile: 0676/4192031, michael.sigmund@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRN0001