Österreich muss von Südtirol lernen

Wegweisende Referate und Diskussionen bei Internationaler Ökoenergie-Konferenz des Österreichischen Biomasse-Verbandes in Sand in Taufers

Wien/Südtirol (OTS) - "Der längst nicht mehr in Zweifel stehende Klimawandel, der insbesondere auch die alpinen Regionen Europas ökologisch und ökonomisch gefährdet, die Tatsache, dass Peak-Oil und Peak-Gas binnen kürzester Zeit zu einer drastischen Verknappung der verfügbaren Ressourcen führen werden sowie die Schaffung regionaler Arbeitsplätze, sind Grundlage für die Energiepolitik der Südtiroler Landesregierung. Und diese verfolgt mit aller Entschiedenheit den Ausstieg aus den fossilen Technologien des vergangenen Jahrhunderts", umriss der stellvertretende Südtiroler Landeshauptmann, Hans Berger, anlässlich einer Internationalen Ökoenergie-Konferenz "Energiewende now!" des Österreichischen Biomasse-Verbandes die auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Politik seines Landes.

Sein Regierungskollege, Landesrat Michl Laimer, konkretisierte das Südtiroler Drei-Säulenmodell, das erstens auf intelligenter, sparsamer Energienutzung, zweitens auf einer deutlichen Verbesserung der Energieeffizienz und drittens auf dem Ausbau der Erneuerbaren basiert. Schon jetzt liegt der Anteil regenerativer Energieträger in den Bereichen Strom und Wärme in Südtirol bei 56 Prozent - 2020 sollen es laut Laimer 100 Prozent sein. Dabei setzt man auf einen breit angelegten Energie-Mix aus Biomasse und Biogas, Wasserkraft, Solarenergie und Photovoltaik sowie Geothermie, der man in Südtirol Studien zufolge besonders hohes Potenzial bescheinigt.

"Die sauberste Energie ist freilich jene, die gar nicht erst benötigt wird. Energie zu sparen, wo auch immer es möglich ist und sie effizient einzusetzen muss - um es in der Sprache der Jugend auszudrücken - geil sein. Dazu bedarf es einerseits einer breit angelegten Bewusstseinsbildung und andererseits freilich tragfähiger, leicht verständlicher und Konzepte", zeigte sich Laimer überzeugt. Als Beispiel nannte er in diesem Zusammenhang das so genannte "KlimaHaus", das zum Zugpferd für Energieeinsparungen im Gebäudebereich geworden ist und sich innerhalb von nur fünf Jahren zu einem nationalen Erfolgsmodell und internationalen Exportschlager mit hoher Wertschöpfung für die Südtiroler Wirtschaft entwickelt hat.

"Im Gegensatz zu Österreich handelt es sich in Südtirol nicht um Sonntagsreden und Lippenbekenntnisse, wenn die Verantwortlichen von einer nachhaltigen Energiepolitik sprechen, sondern sie schaffen auch die dafür nötigen politischen Rahmenbedingungen", brachte es der Vorsitzende des Österreichischen und Europäischen Biomasse-Verbandes, Heinz Kopetz, auf den Punkt und nannte höchst attraktive, auf zwanzig Jahre gesicherte Einspeisetarife für Ökostrom-Produzenten als eines von vielen Beispielen. Es komme auch nicht von ungefähr, dass man mit der Internationalen Ökoenergie-Konferenz nach Südtirol, respektive nach Sand in Taufers, gegangen sei, denn man befinde sich sozusagen am Ort des Geschehens - dort, wo Energieeffizienz und der Einsatz der Erneuerbaren 365 Tage im Jahr verfolgt würden.

Die Internationale Ökoenergie-Konferenz, die der Österreichische Biomasse-Verband in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Sand in Taufers, der Landesregierung von Südtirol, dem Südtiroler Biomasse-Verband, dem Südtiroler Gemeindeverband und der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung vom 19. bis 21. Oktober in Sand in Taufers abgehalten hat, konnte rund 280 Interessierte aus elf Nationen anziehen und wurde dank hochkarätiger Vorträge, attraktiver Exkursionen und anregender Diskussionen zu einem Highlight innerhalb der erneuerbaren Energieszene.

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