Lebensmittelunverträglichkeiten auf dem Vormarsch

Wien (OTS) - Haben Sie nach dem Essen manchmal Hautausschläge, Durchfall oder ist Ihnen schlecht? Die Ursache sind nicht immer Allergien oder verdorbene Lebensmittel. Oftmals ist eine Lebensmittel-unverträglichkeit an den lästigen Symptomen schuld. Immer mehr Menschen in Europa leiden unter einer dieser Abbaustörungen im Darm, wie Zöliakie, Lactose-, Histamin- oder Fructose-Intoleranz bzw. Malabsorption. Da nach wie vor viele Betroffene falsch diagnostiziert werden und die Zahl der Betroffenen kontinuierlich steigt, kommt der Aufklärung über dieses Thema nach wie vor große Bedeutung zu. Aus diesen Gründen haben sich vor einiger Zeit namhafte Experten zur Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Forschung und Weiterbildung im Bereich nahrungsmittelbedingter Intoleranzen (NutriDis) zusammengeschlossen. Das aktuelle Diskussionsthema lautet: Fructose-Malabsorption - Symptome, Diagnose und Therapiemöglichkeiten.

Ein hektischer Arbeitstag, ein Termin jagt den nächsten und dazwischen ein schnelles Fertiggericht - das spart Zeit. Doch was ist der Preis dafür? Lebensmittelunverträglichkeiten sind vor allem in den industrialisierten Ländern immer stärker auf dem Vormarsch. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Infektionen, Entzündungen, Medikamente und der hohe Anteil an Fructose zum Beispiel in Fertiggerichten setzen die Darmflora hohen Belastungen aus und bringen das sensible Gleichgewicht der Verdauung schnell durcheinander.

Unverträglichkeiten noch stärker auf dem Vormarsch als Allergien Was viele immer noch nicht wissen: Eine Unverträglichkeit ist keine Allergie. Während eine Allergie eine Immunreaktion des Körpers gegen bestimmte Eiweißstoffe bedeutet, spielen sich Unverträglichkeiten hauptsächlich im Darm ab. Ao. Univ.-Prof. Dr. Michael Wolzt, Facharzt für Innere Medizin an der Universität für Klinische Pharmakologie und Universitätsklinik für Innere Medizin in Wien, erklärt diesen Vorgang folgendermaßen: "Unverträglichkeitsreaktionen entstehen, wenn Verdauungsenzyme Nahrungsbestandteile schlecht spalten."

Dass Unverträglichkeiten noch stärker zunehmen als Allergien beweisen aktuelle Daten: Während die klinisch nachgewiesene Häufigkeit von Nahrungsmittelallergien in Mitteleuropa nur bei 3-5% der Bevölkerung liegt, machen Unverträglichkeiten einer weit höheren Zahl von Betroffenen das Leben schwer. Durchschnittlich 10-30% der europäischen Bevölkerung leiden an einer Lactose-Intoleranz, 5-7% an einer Fructose-Malabsorption, 1-3% an einer Histamin-Intoleranz und 1% an einer Zöliakie (Gluten-Intoleranz). Die Dunkelziffer wird jeweils weit höher geschätzt.

Fructose-Malabsorption statt Reizdarmsyndrom

Der Weg zur richtigen Diagnose ist oft lang und mühsam, wie auch eine Betroffene Frau Dr. Susanne Feigl bestätigt: "Erfahrungsgemäß wird man als Patient nicht ernst genommen und es dauert lange, bis ÄrztInnen auf die Idee kommen, die Symptome könnten auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zurückzuführen sein." Beispielsweise wird eine Fructose-Malabsorption häufig irrtümlich als Reizdarmsyndrom diagnostiziert, weil viele Symptome bei beiden Krankheitsbildern gleich sind: Durchfall, Blähungen oder Verstopfung. Wichtig ist es daher, Symptome genau zu beobachten oder ein Ernährungstagebuch zu führen, um dem Arzt die Diagnose zu erleichtern.

Fructose-Intoleranz oder Malabsorption?

Tatsächlich muss auch zwischen einer Fructose-Intoleranz und einer Fructose-Malabsorption unterschieden werden. Die hereditäre Fructose-Intoleranz ist ein angeborener Enzymdefekt. Betroffene müssen ihr Leben lang auf fructosehaltige Lebensmittel verzichten. Die intestinale oder erworbene Fructose-Malabsorption ist eine Stoffwechselstörung des Glucosetransportsystems GLUT 5. Die Fructose (Fruchtzucker) kann vom Darm nicht richtig aufgenommen werden und es entstehen die typischen Symptome. Die einzige kausale Therapie ist die Vermeidung von fructosehaltigen Lebensmitteln wie etwa Obst und Gemüse, was jedoch schnell zu Mangelerscheinungen führen kann.

Neues Nahrungsergänzungsmittel gegen Fructose-Malabsorption

Seit kurzem gibt es jedoch endlich einen Hoffnungsschimmer für Betroffene. Nach einer langen Forschungs- und Entwicklungsphase wurde von einem österreichischen Life-Science-Unternehmen nun ein Weg gefunden, diese Störung im Transportsystem mithilfe des Enzyms Xylose Isomerase (XI) zu umgehen. Es ist zu erwarten, dass die aktuelle duozentrische, doppelblinde, randomisierte und plazebokontrollierte Studie von Herrn Priv.-Doz. Dr. Peter Komericki von der Klinischen Abteilung für Umweltdermatologie und Venerologie an der Medizinischen Universität Graz diesen Optimismus bestätigt: "Die XI-Kapseln zeigten sich unter Laborbedingungen in der Lage, Fructose in leicht verwertbare Glucose umzuwandeln." Die endgültigen Ergebnisse werden voraussichtlich bis Jahresende veröffentlicht.

Was tun bei Histamin-Intoleranz?

Neben einer Fructose-Malabsorption sind auch viele Menschen von einer Histamin-Intoleranz betroffen. Nach dem Genuss bestimmter Lebensmittel, wie z. B. Käse, Tomaten oder Rotwein, können bei ihnen verschiedenste allergieähnliche Symptome auftreten. Dazu gehören beispielsweise Magen-Darm-Beschwerden wie z. B. Blähungen, Kopfschmerzen oder rote Flecken im Gesicht. Betroffene sollten histaminhaltige Speisen vermeiden, was jedoch große Einschränkungen bedeutet. Einen Ausweg bietet die Begleitung der Mahlzeiten mit einer Enzym-Supplementierung. Elisabeth Marchl, Betroffene einer Histamin-Intoleranz ist erleichtert: "Seitdem ich mich gegen Histamin-Intoleranz behandeln lasse und mich histaminarm ernähre, sind meine Symptome verschwunden."

NutriDis - für mehr Forschung und Aufklärung

An den vielen möglichen Quellen der Unverträglichkeiten setzen nun die Mitglieder der Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Forschung und Weiterbildung im Bereich nahrungsmittelbedingter Intoleranzen (NutriDis) an: NutriDis hat es sich zum Ziel gesetzt, als internationale Plattform die verschiedenen Ursachen der Nahrungsmittelunverträglichkeiten nachhaltig zu erforschen und Lösungsmöglichkeiten für die Diagnose und Therapie aufzuzeigen. Breit angelegte Fortbildungsprogramme für Ärzte und Apotheker sollen das Problembewusstsein erhöhen und für Betroffene rasche und effiziente Hilfe ermöglichen. Dr. rer. nat. Albert Missbichler, Wissenschaftlicher Leiter der Gesellschaft: "Wir sehen uns verpflichtet, eine möglichst große Gruppe von Ärzten, Therapeuten und Apothekern zu erreichen, die sich in diesem zunehmend wichtiger werdenden Bereich fortbilden und auch ihre Erfahrungen weitergeben. Denn nur so können chronische Krankheiten wirksam verhindert bzw. behandelt werden."

Weitere interessante Informationen zu Lebensmittelunverträglichkeiten durch Histamin-Intoleranz sowie Fructose-Malabsorption bieten die Websites www.nutridis.at und www.alles-essen.at sowie das Buch "Gesund essen und trotzdem krank" (Verlagshaus der Ärzte, ISBN-10: 3902552018, ISBN-13: 978-3902552013, im Buchhandel erhältlich).

Die vollständige Pressemappe sowie Pressefotos finden Sie ab dem 22.10.2009 unter http://www.publichealth.at/p-46335.html .

Mit freundlicher Unterstützung von Vitabiotics Europe Ltd.

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Ursula Krauße, Public Health PR
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