WKÖ-Hochhauser: "Einkommensabhängiges Kindergeld ist wichtiger Fortschritt beim Spagat zwischen Kind und Karriere"

Mehr Flexibilität bei Zuverdienstgrenze hilft besser qualifizierten Frauen und Unternehmerinnen - FLAF-Leistungen in puncto Treffsicherheit unter die Lupe nehmen

Wien (OTS/PWK794) - "Als einen Meilenstein beim Unterfangen,
Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen", sieht Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die Flexibilisierung in puncto Kinderbetreuungsgeld, die heute vom Nationalrat beschlossen wird. "Das neue einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld ist ein Impuls, um mehr Frauen in Beschäftigung zu bringen. Und es ist ein Anreiz für Männer, ebenfalls eine Zeit lang in Karenz zu gehen", so Hochhauser.

Positiv sei auch die nunmehr vorgesehene Wahlmöglichkeit zwischen einer Zuverdienstgrenze von 16.200 Euro oder einer Einkommensgrenze von 60 % des Vorjahres ("relative Zuverdienstgrenze"). Diese Lösung kann gleichermaßen von Selbständigen wie von Unselbständigen in Anspruch genommen werden. "Damit tun sich insbesondere besser qualifizierte Frauen und Unternehmerinnen leichter, rasch wieder in den Job einzusteigen oder gar nicht erst auszusteigen, ohne den Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld zu verlieren", betont die WKÖ-Generalsekretärin. "Solche konkreten Schritte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen bringen Frauen viel mehr beim Erklimmen der Karriereleiter als irgendwelche Zwangsvorschriften oder Quoten."

Wichtig sei nun auch noch ein weiterer Ausbau der Kinderbetreuungsangebote. Änderungsbedarf gibt es laut Hochhauser zudem in Bezug auf das Wochengeld für Unternehmerinnen, das verglichen mit den Beträgen für unselbständig Beschäftigte in der jetzigen Form viel zu niedrig und damit nicht fair sei.

Zugleich weist Hochhauser darauf hin, dass die jetzige Flexibilisierung bei der Zuverdienstgrenze einen weiteren finanziellen Mehraufwand für den ohnehin schwer defizitären Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) bedeutet. "Angesichts der jährlich steigenden FLAF-Aufwendungen ist es aus Gründen der Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit hoch an der Zeit, die Leistungen und die Finanzierung des FLAF unter die Lupe zu nehmen." Das von Finanzminister Josef Pröll vorgeschlagene Transferkonto sei in dieser Hinsicht ein wichtiger Beitrag zu mehr Transparenz und Treffsicherheit. (SR)

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