WKÖ-Hochhauser fordert bessere Rahmenbedingungen für Kombinierten Güterverkehr

WKÖ-Tagung zu "Best Practices im Intermodalen Güterverkehr" - Österreich liegt im europäischen Spitzenfeld

Wien (OTS/PWK793) - "Mit einem Anteil des Kombinierten Verkehrs
von rund 12% am gesamten Straßengüterverkehr liegt Österreich im europäischen Spitzenfeld. Das ist aber kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen, sondern vielmehr ein Auftrag, künftig noch besser zu werden", betonte Anna Maria Hochhauser, Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute, Donnerstag, bei der Eröffnung der Tagung "Best Practices im Intermodalen Güterverkehr", zu der die Abteilung für Verkehrs- und Infrastrukturpolitik der WKÖ Experten aus dem In- und Ausland ins Tech Gate Vienna geladen hatte.

Aufgrund der prognostizierten Zuwächse im Straßengüterverkehr werde der europäische Binnenmarkt nur dann funktionsfähig bleiben, wenn Schiene und Wasserwege einen beträchtlichen Teil der künftigen Verkehrsströme übernehmen können, sagte Hochhauser und verwies auf die positiven Auswirkungen der "Best Practices", die innovative Unternehmen im Intermodalen Verkehr entwickelt haben, auf den Wirtschaftsstandort Österreich. "Entsprechend ist die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen für den Kombinierten Verkehr zu optimieren." Dies betreffe den zügigen Infrastrukturausbau ebenso wie die gezielte Verknüpfung der einzelnen Verkehrsträger im Sinne einer koordinierten Verkehrspolitik.

Rudy Colle von der Internationalen Vereinigung der Gesellschaften für den Kombinierten Verkehr Schiene-Straße (UIRR) berichtete, dass die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise deutlich spürbar seien. So war in der Branche im letzten Quartal 2008 ein Einbruch der Nachfrage um bis zu 20 Prozent zu verbuchen. Der Kombinierte Verkehr könne jedoch rasch wiederbelebt werden, zeigte sich Colle optimistisch. Voraussetzungen dafür seien etwa ein europaweit interoperables Schienennetz, ausreichende Kapazitäten und Eisenbahnverkehrsunternehmen mit marktkompatiblen Angeboten.

Um den Intermodalen Verkehr international erfolgreich auf die Schiene zu bringen, sei eine enge Kooperation aller Beteiligten sowie ein intelligentes Schnittstellen- und Informationsmanagement notwendig, betonte Kurt Bauer von Railistics. Die Komplexität der Leistungserstellung habe Innovationen in den unterschiedlichsten Produktionsschritten hervorgebracht. Diese Innovationen gelte es zu identifizieren und für vergleichbare Transportszenarien nutzbar zu machen.

Mangelnde Information und fehlende Entscheidungsgrundlagen würden eine Transportverlagerung auf die Schiene oftmals behindern, sagte Jürgen Schrampf von ECONSULT. Eine höhere Transparenz im kombinierten Verkehr könne durch neutrale Planungssysteme wie "SPIN-ALP" unterstützt werden. Dabei lassen sich mittels eines intermodalen Routenplaners Transportalternativen auf alpenquerenden Korridoren vergleichen. Strecken, Terminals, Laufzeiten und Kosten sind somit optimal planbar.

Das Vorarlberger Transport- und Logistikunternehmen Gebrüder Weiss wurde für die Einführung des ersten privaten Frachtzugs "Orange Combi Cargo" 2008 mit dem Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. Dieser Zug verkehrt täglich zwischen Wien und Bludenz, berichtete Walter Konzett von Gebrüder Weiss. Inzwischen wurde die erfolgreiche Kooperation auf die Strecke Wien-Salzburg ausgeweitet. Durch substantielle Investitionen in Fahrzeugtechnologien und energieeffiziente Anlagen setze Gebrüder Weiss neue Maßstäbe, so Konzett.

DHL Global Forwarding ist auf leistungsfähige Kombinationen aus Luft- und Seefrachttransporten spezialisiert und wurde dafür als "Airfreight Forwarder des Jahres 2009" ausgezeichnet: Am Beispiel "SeAir" erläuterte Ronald Friedreich die Vorteile der Kombination der schnellen Luftfracht mit der kostengünstigen Seefracht. Die Fracht werde innerhalb der festen Schiffsverbindungen zu definierten Umschlagspunkten befördert und dort auf fixe Flugverbindungen verladen. Das System ermögliche eine rasche, termingerechte Verschiffung auch in Spitzenzeiten sowie weltweite Door-to-Door Lieferungen.

Herfried Leitner von der DDSG präsentierte das Container-Linienprojekt zwischen Konstanza und österreichischen Donauhäfen, das im März 2010 als Shuttle-Verkehr starten wird. In der Anfangsphase sollen wöchentlich Häfen in Serbien, Ungarn, der Slowakei und Österreich in beiden Richtungen angefahren werden. Das Konzept der Helogistics Holding GmbH sei als Komplimentärprodukt zu Schiene und Straße zu verstehen und vor allem auf Container-Volumen zugeschnitten, die eine höhere Transitzeit in Anspruch nehmen können. (SR)

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