AK: Schluss mit unerwünschter Telefonwerbung! 1

Unzulässige Werbeanrufe dürfen sich nicht lohnen - AK fordert mehr Rechte für VerbraucherInnen

Wien (OTS) - Unerlaubte Telefonwerbung ist lästig. Obwohl Werbeanrufe nur mit vorheriger Zustimmung des Konsumenten zulässig sind, setzen sich viele unseriöse Anbieter wie Lottogemeinschaften oder Gewinnspieleanbieter über Rechtsvorschriften hinweg. Monatlich beschweren sich bundesweit rund 1.000 KonsumentInnen in den AK Beratungen über unerwünschtes Telefonmarketing. Damit muss Schluss sein. Die AK verlangt mehr Rechte für die KonsumentInnen: Verträge müssen unwirksam sein, wenn sie durch verbotenes Telefonmarketing zu Stande kommen.

Glückskomet, Goodluck AG, Eurowin, Munido Marketing GmbH, Globallotto, Lottoverbund, ProfiwinGmbH oder Premium Chance 100 - sie werben für Lotto-Tipp-Gemeinschaften und Eintragungsservices für Gewinnspiele. Ein Ärgernis, das vielen KonsumentInnen bekannt ist:
Das Telefon klingelt. Sie heben ab und es meldet sich eine Lottotippgemeinschaft, um Ihnen eine unsinnige Mitgliedschaft aufzuschwatzen und luchst Ihnen bereits am Telefon Ihre Kontonummer zwecks regelmäßiger Abbuchung ab. Oder Sie werden von einem trainierten Telefonmarketing-Agenten überfallen mit der Frage, ob Sie nicht viel billiger Telefonieren wollen.

Das Problem ist für die AK Konsumentenschützer kein neues: Die Anbieter haben keinen Respekt vor der Privatsphäre, terrorisieren KonsumentInnen mit Werbeanrufen, betreiben hartnäckiges Telefonmarketing bei über Achtzigjährigen und rufen anonym an, ohne genaue Firmendaten zu nennen. "Nicht genug, dass Verbraucher massiv belästigt werden, werden ihnen am Telefon auch ungewollte Verträge untergejubelt oder Kontonummern abgeluchst", sagt AK Konsumentenschützer Harald Glatz. Zu allem Überfluss müssen dann die Betroffenen tätig werden, um die Folgen des rechtswidrigen Telefonkontakts abzuwehren.

"Die derzeitigen Verwaltungsstrafen sind nicht abschreckend genug", sagt Glatz. Die AK fordert mehr Schutz. Kommen Verträge durch verbotenes Telefonmarketing zu Stande, sollen sie unwirksam sein -außer der Verbraucher bestätigt den Vertrag nachträglich schriftlich. Eine Vereinbarung darüber gibt es im Regierungsübereinkommen. Sie muss rasch umgesetzt werden. Weitere Anliegen: Am Telefon geschlossene Verträge über Wett- und Lotterie-Dienstleistungen sollen künftig auch widerrufen werden können. Wird der Konsument am Telefon dazu animiert, den Anbieter von Dauerschuldverhältnissen zu wechseln (etwa Telefon-, Energieanbieter), so bedarf die Kündigung der Schriftform.

Außerdem verlangt die AK Verbesserungen im Telekomgesetz:
+ Die Anforderungen an die Zustimmung zur Telefonwerbung müssen strenger werden - entweder schriftlich oder im Internet muss die Zustimmung angekreuzt werden.
+ Mitgesendete Rufnummern dürfen am Telefondisplay nicht unterdrückt werden. Die Firmen müssen ihre Telefonnummern anzeigen. Die Rufnummernanzeige soll für KonsumentInnen unentgeltlich sein. (Forts.)

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