"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Gute Absichten"

Ein neues Dienstrecht haben viele versprochen. Es sollte gemacht werden.

Wien (OTS) - Und in jeder Gesetzgebungsperiode grüßt das Murmeltier. Viele Regierungen haben versprochen, einheitliche Spielregeln für den öffentlichen Dienst festzulegen. Die derzeitigen Koalitionäre tun es ebenfalls. Aus den - für die Größe Österreichs absurden - 40 unterschiedlichen Dienstrechten soll eines werden. Bisher haben sich die Betroffenen darüber nicht erregt - davon ausgehend, dass es auch diesmal nichts wird, weil die ÖVP letztlich nichts macht, was der von ihr dominierten Beamtengewerkschaft missfällt.
Nun hat aber Josef Pröll wegen des Sparzwangs öffentlich dazu gedrängt, diesen Wildwuchs zu beseitigen. Mehr hat er nicht gebraucht.
Eine Beamtin befindet stellvertretend für viele: "Ich fühle mich von der ÖVP verraten." Sie sei immer für die Schwarzen gerannt; damit sei es vorbei.
Christgewerkschafter auf Stimmenfang empört der Zeitpunkt der Reform-Ansage. Sie geben Pröll schon jetzt für etwaige Verluste bei den Personalvertretungswahlen Ende November die Schuld.
Wenn eine Absichtserklärung solchen Wirbel auslöst, ist vorstellbar, was passiert, wenn es zur Sache geht. Zu der sollte es bald gehen, will sich Pröll nicht vorwerfen lassen, die eigene Klientel zu verschonen.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002