Weltrekord gebrochen: 173 Millionen Menschen beteiligen sich am UN-Aktionstag gegen Armut

BürgerInnen fordern weltweit Durchsetzung der Millenniumsziele und mehr Geld für Entwicklung

Wien/New York (OTS) - Wenige Tage nachdem die Welternährungsorganisation Alarm geschlagen hat, dass jeder sechste Mensch an Hunger leidet, standen letztes Wochenende mehr als 173 Millionen Menschen für eine Welt ohne Armut auf. Sie forderten die Umsetzung der UN-Millenniumsziele bis 2015. Weltweit hatten die Vereinten Nationen zur Aktion "Stand Up Against Poverty" aufgerufen, um die Regierungen an ihre entwicklungspolitischen Zusagen zu erinnern. Die Rekordbeteiligung des Vorjahres wurde dieses Jahr noch übertroffen. In Österreich organisierte der NGO-Dachverband "Globale Verantwortung - Arbeitsgemeinschaft für Entwicklung und humanitäre Hilfe" ein Konzert mit Célia Mara, SambAttac und dem österreichische Hip-Hop Promi Skero (Texta) im Zeichen der Millenniumsziele.

"Dieses Wochenende sind die Stimmen gegen Armut so laut geworden, dass die Regierenden reagieren müssen", sagte Ruth Picker, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung. "Die Finanzkrise ist keine Entschuldigung, die Armutsbekämpfung auf der politischen Agenda nach unten zu schieben."

Auch die jüngst veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage der Europäischen Kommission belegt die breite Unterstützung der Bevölkerung für die Millenniumsziele: Trotz Wirtschaftskrise fordern mehr als zwei Drittel (72%) der BürgerInnen in der EU die Einhaltung der Versprechen bzw. sogar eine Anhebung der Mittel über die bisherigen Zusagen hinaus. Auch die österreichische Bevölkerung schließt sich diesem Trend an, wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau: 65% wollen zumindest die Einhaltung der bisherigen Versprechen an die armen Länder. Für Österreich bedeutet dies in erster Linie die Erhöhung der Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7% des Bruttonationaleinkommens bis 2015.

"Damit kann die österreichische Regierung nicht mehr die Bevölkerung als Ausrede vorschieben: von den Österreicherinnen und Österreichern gibt es genug Unterstützung für Entwicklungspolitik" kommentierte Ruth Picker. "Wir fordern von Außenminister Spindelegger und Finanzminister Pröll, die Mittel für Entwicklung und Humanitäre Hilfe deutlich anzuheben, damit Österreich sein Ver-sprechen an die Menschen in den armen Ländern erfüllt."

Eurobarometer-Entwicklungspolitik:
http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb_special_en.htm
Stand-Up: http://www.globaleverantwortung.at und http://www.standagainstpoverty.org

Rückfragen & Kontakt:

Ruth Picker/ Globale Verantwortung - Arbeitsgemeinschaft für
Entwicklung und Humanitäre Hilfe
ruth.picker@globaleverantwortung.at/ Tel.: 0699 109 555 24

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