Ablinger: Es kann keinen Schlussstrich unter der Vergangenheit geben

Was geraubt wurde, muss zurückgegeben werden

Wien (OTS/SK) - "Bis in die Achzigerjahre hinein sah sich Österreich als erstes Opfer des Nationalsozialismus und das hatte Auswirkungen darauf, wie mit der Rückstellung von geraubter Kunst umgegangen wurde. Obwohl im Staatsvertrag festgeschrieben, wurde die Restitution nur zögerlich verwirklicht", so SPÖ-Kultursprecherin Sonja Ablinger, "erst die Rede des früheren Bundeskanzlers Franz Vranitzky hier im Parlament hat einen Paradigmenwechsel ermöglicht. ****

Franz Vranitzky habe damals festgestellt, dass es eine Mitverantwortung für das Leid, das der Nationalsozialismus gebracht hat, gibt und dazu aufgerufen, sich bei den überlebenden Opfern des Nationalsozialismus und Nachkommen der Toten zu entschuldigen. "Diese Worte waren es, die so einen wichtigen Diskurs über die NS-Zeit ermöglichten", so Ablinger. "Eine sichtbare Auswirkung war die Einsetzung der Historikerkommission 1998 und der einstimmige Beschluss des Bundesgesetztes zur Rückgabe von Kunstgegenständen. Jetzt ist es so, dass die zehnjährige Praxis des Gesetzes zeigt, dass manche Bestimmungen zu eng gefasst sind. Was geraubt worden ist, muss zurückgegeben werden. Es kann kein Schlussstrich unter die Vergangenheit gezogen werden. Die Vergangenheit wirkt in die Zukunft weiter, auch unbewusst und kann dadurch gefährlich aufgeladen werden. Man kann nur Lehren ziehen aus dem, was man nicht vergisst. Der heutige Beschluss steht in der Tradition des 'Niemals Vergessens'", so Ablinger abschließend. (Schluss) mw

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