Schwentner: Opfer von Zwangsverheiratung brauchen sofortigen Schutz

Grüne fordern Umsetzung statt Ankündigung

Wien (OTS) - In Reaktion auf die heutige Ankündigung von Frauenministerin Heinisch-Hosek, eine eigene Interventionsstelle und eine Notwohnung für Betroffene von Zwangsverheiratung nur dann errichten zu wollen, falls sich auch Innenministerin Fekter finanziell daran beteiligt, meint Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen: "Den Schutz der von Zwangsverheiratung bedrohten Frauen von der bekannt unnachgiebigen Innenministerin abhängig zu machen, wird allmählich unglaubwürdig. Die SPÖ verhandelt schon seit Jahren erfolglos mit der ÖVP über die Finanzierung einer einzigen Notwohnung. Da wird wohl nie etwas dabei herauskommen." Es müssen daher rasch andere alternative Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden. "Wenn Geld für riesige PR-Kampagnen da ist, dann muss auch das Geld für eine Notwohnung aufzutreiben sein. Den Opfern von Zwangsverheiratung, die oft größter Gefahr und Gewalt ausgesetzt sind, anstelle des dringend benötigten Schutzes nur leere Versprechungen anzubieten, ist ein Armutszeugnis", so Schwentner.

Die Forderung nach bundesweiten Schutzzentren und einer betreuten Notwohnung für Betroffene von Zwangsverheiratung wird von den Grünen voll unterstützt. Deren Umsetzung von der Mitfinanzierung durch das Innenministerium abhängig zu machen, bedeutet jedoch, dass das Projekt keine Chance auf Realisierung hat. Derzeit müssen viele Opfer in anderen Einrichtungen Zuflucht suchen: "Die Frauenhäuser sind nicht der richtige Ort für von Zwangsverheiratung betroffene Frauen. Denn diese sind nicht auf Zwangsverheiratung spezialisiert und können den Frauen daher auch nicht ausreichend Schutz bieten", so Schwentner. Es brauche unbedingt eigene Wohnprojekte für Frauen zwischen 14 und 26 Jahren. Viele andere europäische Länder hätten bereits eigene Schutzzentren für Opfer von Zwangsverheiratung.

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