Heinisch-Hosek: Frauen, die von Zwangsheirat betroffen sind, brauchen unsere volle Unterstützung

Die Beratungsstelle "Orient Express" leistet vorbildliche Arbeit für Migrantinnen in Österreich

Wien (OTS) - Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek startete
ihren heutigen Schwerpunkttag für Migrantinnen bei einer Frauenberatungsstelle für Migrantinnen namens "Orient Express" in der Wiener Leopoldstadt. Diese Frauenservicestelle bietet seit mehr als zehn Jahren Frauen muttersprachliche Beratung in türkischer und arabischer Sprache sowie Deutsch- und Alphabetisierungskurse für Migrantinnen jeglicher Muttersprache mit Kinderbetreuung an. Seit etwa drei Jahren hat sich ein neuer Schwerpunkt herauskristallisiert:
die Beratung und Unterstützung von Frauen und Mädchen, die von Zwangsheirat betroffen sind.

An die 400 Fälle aus ganz Österreich haben die Sozialarbeiterinnen alleine im Jahr 2008 betreut und sind dabei mit ihren Möglichkeiten der Hilfestellung oft an Grenzen gestoßen. Werden etwa minderjährige Mädchen, die zwangweise verheiratet werden sollten, in Krisenzentren des Jugendamtes untergebracht, warten nicht selten draußen vor der Tür bereits die Eltern, die wissen, dass das Mädchen in der Früh in die Schule gehen muss. Zwangsverschleppungen und -verheiratungen samt anschließenden Vergewaltigungen stünden dann an der Tagesordnung.

Daher würden dringend Notwohnungen gebraucht, damit die Frauen lückenlos betreut werden können. Dem stimmte auch Frauenministerin Heinisch-Hosek zu: "Das ist schwere Nötigung und sexuelle Gewalt gegen Frauen, der wir nicht zusehen dürfen. Die Forderung nach einer Notwohnung ist im Regierungsprogramm verankert, und ich werde das mit Kraft und Druck weiterverfolgen", so Heinisch-Hosek.

Daher habe sie für die Errichtung einer solchen Notwohnung auch budgetär vorgesorgt. "Ich muss zwar noch mit meinen Regierungskolleginnen von Innen- und Familienministerium über Kofinanzierungen verhandeln", so die Frauenministerin, "ich bin jedoch optimistisch, dass diese Verhandlungen positiv verlaufen werden." Denn der Verein "Orient Express" leiste vorbildliche Arbeit für Migrantinnen und stelle Expertinnen für die Betreuung von Frauen in Zwangslagen. Es wäre daher sinnvoll, derartige Notwohnungen an diese Einrichtung anzudocken.

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Mag. Dagmar Strobel
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel: (01) - 53115 - 2149
E-Mail: dagmar.strobel@bka.gv.at

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