ARBÖ: Rehe und Hasen blicken nicht von links nach rechts

Gefahr von Wildunfällen steigt

Wien (OTS) - Herbstzeit ist leider auch Wildunfallzeit, warnt der ARBÖ. Auf der Suche nach Futter benützen Rehe, Hasen und andere Wildtierkollegen jedoch selten den Fußgängerübergang oder blicken vor Überquerung einer Straße von links nach rechts. Für Autofahrer bedeutet dies: Besondere Vorsicht!

An schwerere Zeiten gewöhnen müssen sich die Wildtiere. Nach der Ernte sind sie gezwungen, auf der Suche nach Futter weitere Strecken zurückzulegen. "Oft müssen sie dabei Verkehrswege überqueren, was nicht selten durch einem Unfall für viele Tiere tödlich, für Autofahrer mit erheblichen Sachschäden oder Verletzungen endet", so Sieglinde Rernböck vom ARBÖ. Kein Wunder, werden rein rechnerisch gesehen bei einem Unfall mit einem Wildtier enorme Kräfte frei: Ein Hase mit zirka 5 kg Gewicht wird mit Tempo 100 km/h plötzlich zu einem Geschoss mit rund 125 kg. Ein 40 kg schweres Reh prallt mit fast einer Tonne auf. Hirsche und Wildschweine erreichen ein Aufschlaggewicht von weit über einer Tonne. Um diese Kräfte zu minimieren bleibt den Autofahrern nur eines übrig - Tempo reduzieren. Bei geringerem Tempo bleibt mehr Zeit, auf die plötzliche Gefahrensituation richtig zu reagieren. Nicht zu vergessen, dass sich der Bremsweg bei nassen Straßen mit teilweise feuchtem Laub bis zu 300 Prozent verlängert.

Richtig reagieren bei Wildwechsel - ARBÖ-Tipps:

  • Speziell am Land auf wenig befahrenen Nebenstraßen besonders vorausschauend fahren.
  • Mit angemessenem Tempo durch Wildwechsel-Zonen fahren.
  • Vor allem bei Übergängen zwischen Feld und Wald, in Waldbereichen oder bei Obstgärten ist mit Wildwechsel zu rechnen.
  • Überquert Rehwild bei Dämmerung oder Nacht die Straße, mehrmals kurz die Hupe betätigen. Dauerhupe vermeiden, Fernlicht irritiert das Wild, sodass es einfach mitten auf der Fahrbahn stehen bleibt.
  • Das Fahrzeug nicht verreißen oder Haken schlagen.

Wenn ein Zusammenstoß unvermeidbar ist

Der ARBÖ warnt davor, dem Wild auszuweichen, wenn das Risiko besteht, gegen einem Baum zu prallen, im Straßengraben zu landen oder den Gegenverkehr zu gefährden. Wenn man merkt, dass ein Zusammenstoß nicht mehr vermeidbar ist, sollte man das Lenkrad gut festhalten, damit das Fahrzeug beim Zusammenprall nicht von der Spur abkommt und in den Gegenverkehr kracht.

Ausweichmanöver sind sowohl in Waldgebieten als auch bei Feldern sehr riskant. Es besteht die Gefahr in Waldgebieten gegen einen Baum zu prallen und schwer verletzt zu werden. Beim Überfahren von Wassergräben am Straßenrand besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug sich überschlägt.

Was nach einem Wildunfall zu tun ist

Ist ein Wildunfall passiert, muss die Unfallstelle abgesichert und die Polizei verständigt werden. Gemäß Paragraph 4 Absatz 5 Straßenverkehrsordnung besteht bei einem Wildschaden unverzüglich Verständigungspflicht. Wer keine Meldung vornimmt, macht sich wegen Nichtmeldens eines Sachschadens strafbar.

Das tote Tier darf nicht mitgenommen werden. Besteht eine Kaskoversicherung für das Kraftfahrzeug, ist diese vom Unfall in Kenntnis zu setzen. Die für die Versicherung notwendige Bestätigung wird von der Polizei ausgestellt. Fehlt diese, wird eine Ablehnung der Kaskoentschädigung folgen.

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