Strache: Bildungspolitik: Regierung präsentiert nur Flickwerk

FPÖ will verpflichtendes Deutsch-Vorschuljahr für Kinder, die die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrschen - Entschiedenes Nein zur Gesamtschule

Wien (OTS) - Scharfe Kritik übte FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache in seiner heutigen Rede im Nationalrat an der Bildungspolitik der Bundesregierung. Gleichzeitig deponierte er das entschiedene Nein der Freiheitlichen zur Gesamtschule. Außerdem thematisierte er den hohen Anteil von Schülern mit mangelnden Deutschkenntnissen. Dadurch sinke auch für die österreichischen Kinder das Bildungsniveau, weil sich die Lehrer um die Sprachmängel der Schüler mit Migrationshintergrund kümmern müssten. "Vom Schüler zum Sozialhilfeempfänger - das ist die Karriere, die solche Schüler leider erwartet."

Hinsichtlich des verpflichtenden Gratiskindergartens erklärte Strache: "Ja zum Gratiskindergarten für österreichische Staatsbürger, nein zur Verpflichtung." Statt einer Kindergartenpflicht müsse ein verpflichtendes Deutsch-Vorschuljahr für Kinder, die die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrschen, um dem Regelschulunterricht folgen zu können, eingeführt werden. In Finnland gebe es ein solches Modell schon lange. Dort werde man nur zum Regelschulunterricht zugelassen, wenn man ausreichend die Landessprache beherrsche.

Der Regierung fehle der Mut und die Fantasie zu wirklichen Lösungen. "Sie handeln genauso wie jemand, der Blumen vors Fenster stellt, damit man nicht sieht, dass die Fensterscheiben zerbrochen sind", erklärte Strache. "Auch heute präsentieren Sie wieder nur Flickwerk."

Prinzipiell begrüße die FPÖ die Einführung einer teilzentralen Matura, dabei handle es sich um eine langjährige freiheitliche Forderung, so Strache weiter. Aber in der Gesetzesvorlage werde bei dieser neuen Reifeprüfung mehr Gewichtung auf den schriftlichen Teil und weniger auf den mündlichen gelegt. Derzeit würden pro Fach drei Fragen gestellt, bei diesem neuen System werde pro Fach lediglich eine Frage gestellt. Das sei eine falsche Entwicklung, da die Schüler sich vor allem mündlich mehr entwickeln müssten und ein großer Aufholbedarf bei der Kommunikation bestehe.

Strache befasste sich auch mit der Basiszuwendung für das Bildungsinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung. Diese soll für die die Jahre 2010 bis 2012 von 6,5 Millionen Euro jährlich auf 13 Millionen jährlich erhöht werden, womit die FPÖ nicht einverstanden ist. Dieses Geld könnte in anderen Bereichen der Bildung sinnvoller eingesetzt werden. Außerdem würden Aufgaben des Ministeriums ausgelagert und der Apparat werde unnötig aufgebläht.

Zum Abschluss seiner Rede fasste Strache die freiheitlichen Forderungen zusammen:

- Kinder müssen die deutsche Sprache ausreichend beherrschen, damit sie zum Regelunterricht zugelassen werden. Das ist mit standardisierten Tests mit entsprechender Vorlaufzeit vor der Einschulung sicherzustellen.

- An öffentlichen Pflichtschulen darf der Anteil von ausländischen Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache 30 Prozent nicht übersteigen (ausgenommen davon sind autochthone Volksgruppen). Ist das in Ballungszentren aus organisatorischen Gründen nicht möglich, so sind eigene Ausländerklassen einzurichten.

- Das Autoritätsprinzip ist in den Bildungseinrichtungen wieder herzustellen: Keine Toleranz bei Drogen, Alkohol und Gewalt.

- Sonderwünsche bezüglich des Schulunterrichts, wie sie von Zuwanderern vor allem muslimischen Glaubens wiederholt geäußert worden sind, sind von den Eltern über Privatschulen zu finanzieren, haben aber im öffentlichen Schulsystem nichts verloren.

- Das differenzierte Schulsystem ab der 5. Schulstufe ist beizubehalten. Die FPÖ lehnt das Modell der Gesamtschule ab.

- Die polytechnischen Schulen sind in ein echtes Berufsfindungsjahr umzubauen.

Rückfragen & Kontakt:

FPÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FPK0006