Offener Brief an BM Hundstorfer

Ihre Aussagen zur Lehrstellenproblematik sind in der Praxis nicht erkennbar!

Wien (OTS) - Wenn sie als Bundesminister großmundig ankündigen, dass jedem Lehrstellensuchenden ein Lehrplatz garantiert wird und die Bundesregierung zusätzliche 3.500 Lehrstellen geschaffen hat, dann kann man dazu nur einen Kommentar abgeben und zwar: "Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!"

Diese Ankündigungen stehen im völligen Widerspruch zu den Zahlen, die eindeutig belegen, dass mehr als 5.500 betriebliche Lehrstellen verloren gegangen sind. Da diese Lehrstellen aber der Garant für das so erfolgreiche duale Ausbildungssystem in Österreich sind, empfinde ich als Unternehmer und Lehrherr, der seit 20 Jahren junge Menschen ausbildet, diese ihre Aussagen als Hohn für die Wirtschaft.

Was sie nämlich verschweigen ist die Tatsache, dass mit Millionen an Steuergeldern überbetriebliche Ausbildungsstellen geschaffen, sowie Schulung- und Qualifizierungsprogramme finanziert werden. Steuergeld, welches ohne nachhaltigen Nutzen eingesetzt wird, kann nur dazu beitragen, das so erfolgreiche und von aller Welt kopierte duale Ausbildungssystem zu Grabe zu tragen.

Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist ohne Aussagkraft, da wie bereits erwähnt, tausende im Kursprogramm des AMS geparkt sind und so aus der Statistik herausfallen. Auch das freie Lehrstellenangebot entspricht nicht der Tatsache, da Lehrstellen angeboten werden, für die es keine Nachfrage der Jugend gibt.

Ich fordere sie daher auf die echten Zahlen und zwar jene in welchen Bezirken die Lehrstellen sind und welche Berufe dort konkret angeboten werden auf den Tisch zu legen und keine kosmetisch geschönten Statistiken. Weiter verlange ich von ihnen, dass sie sich zum dualen Ausbildungssystem als österreichische Erfolgsgeschichte bekennen. Das geht aber nur, wenn der Blumbonus neu, Treueprämie mit Zusätzlichkeitsbonus eingeführt wird, denn damit können viele Steuermillionen sinnvoll eingespart werden. Statt die politisch versprochenen 12.500 Ersatzausbildungsplätze mit Kosten in Höhe von Euro 225 Mio. pro Lehrgangsjahr (zu erwartende Gesamtkosten Euro 675 Mio.) zu schaffen, die nicht mit der Ausbildungsqualität von echten betrieblichen Lehrstellen verglichen werden können, sollte man für das Blum Modell Neu an ca. 40.000 ausbildende Unternehmen den wesentlich geringeren - aber sinnvoller verwendeten - Betrag von Euro 160 Mio. in die Betriebe investieren. Das wäre eine nachhaltige Zukunftsinvestition, die sich tatsächlich rechnet.

Hochachtungsvoll

Ing. Fritz Amann

RFW-Bundesobmann

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