Ordensspitäler investieren kräftig

Hohe Eigenmittel-Anteile aufgewendet - Gleichbehandlung mit den öffentlich-rechtlichen Krankenhäusern erforderlich - Investitionen in Ordensspitäler rechnen sich

Wien (OTS) - Hohe Summen investieren die österreichischen Ordensspitäler in die Modernisierung und den sinnvollen Ausbau ihrer Krankenhäuser: Im Jahre 2008 wurden von den 24 heimischen katholischen Ordensspitälern rund 160 Millionen Euro für solche Investitionen ausgegeben. Davon wurde jedoch in einigen Bundesländern nicht der gesamte Mittelbedarf von der öffentlichen Hand vergütet. Insgesamt mussten 2008 rund 18 Millionen Euro von den Spitalserhaltern selbst aufgebracht werden.

Die Ordensspitäler sind so wie die öffentlich-rechtlichen Krankenhäuser gemeinnützig und erfüllen den öffentlichen Versorgungsauftrag. Sie betreuen also in gleicher Weise wie die Krankenhäuser der Länder und Gemeinden Krankenkassen-Patienten.

Dafür erhalten sie aber in einigen Bundesländern nicht die gleichen Vergütungen wie die öffentlich-rechtlichen Spitäler. Die öffentlichen Zuschüsse für Investitionen sind in jedem Bundesland anders geregelt. Langfristige Planungen sind schwierig, da die Finanzierungszusagen meist projektbezogen gegeben werden. Österreichweit erbringen die Ordensspitäler rund 20 Prozent aller Krankenhausleistungen, sind also zusammengenommen der größte Spitalsbetreiber in Österreich.

"Von 1999 bis 2008 haben die Ordensspitäler mehr als eine Milliarde Euro in ihre Häuser investiert. Davon mussten sie aber rund 150 Millionen Euro aus der eigenen Tasche aufbringen", erklärte Pater Leonhard Gregotsch, Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs, am 21. Oktober 2009 in einem Pressegespräch in Wien. "Dies kann auf Dauer nicht durchgehalten werden, da die Orden auf ihre Reserven und andere Einnahmen zurückgreifen müssen. Sie erhalten auch keinen Cent aus den Kirchenbeiträgen", so Gregotsch.

Finanzierung mit eigenen Mitteln wird schwieriger

Da die Ordensgemeinschaften im Laufe der Jahrzehnte immer kleiner geworden sind und die Finanzierungskraft durch die Leistungen der Brüder und Schwester immer geringer wird, führe dies zu einer Substanzaushöhlung bei den Orden, die Spitäler betreiben. "Die Finanzierung sinnvoller Investitionen wird daher immer schwieriger", betont Pater Gregotsch.

Es sei daher recht und billig, die mit den Gesundheitsplanungen des Bundes und der Länder abgestimmten Investitionen der Ordensspitäler in gleicher Weise zu finanzieren wie jene der Landes-und Gemeindespitäler.

"Erstens sind Investitionen wichtig für die Wirtschaftsankurbelung und das Erhalten von Arbeitsplätzen. Zweitens wird dadurch die Qualität des Leistungsangebots für die Patienten auf höchstem Niveau gehalten. Und drittens ist nicht einzusehen, dass die Ordensspitäler mit ihrem Versorgungsauftrag für die Bevölkerung schlechter behandelt werden als jene Krankenhäuser, die im Eigentum der Länder stehen und wo mit Steuermitteln die gesamten Kosten abgedeckt werden", argumentiert Pater Gregotsch für eine Gleichbehandlung auch bei den Investitionen.

Hohe Effizienz und Leistungsqualität

Pater Gregotsch wies in der Pressekonferenz auch darauf hin, dass unabhängige Untersuchungen - u. a. des Instituts für Höhere Studien -immer wieder beweisen, dass die Leistungsqualität und die wirtschaftliche Effizienz der Ordensspitäler jener anderer Krankenhäuser in nichts nachstehen. Auch eine Studie des Rechnungshofes habe erst vor kurzem gezeigt, dass Investitionen in Ordensspitälern sinnvoll sind. "Investitionen in Ordensspitälern rechnen sich", so Gregotsch.

Forderung nach finanzieller Gleichbehandlung

Bekanntlich erhalten die Ordensspitäler auch bei den Betriebsabgängen in einigen Bundesländern weniger Mittel als die vergleichbaren Krankenhäuser der Länder. Hier mussten die Erhalter der Ordensspitäler in den vergangenen zehn Jahren mehr als 130 Millionen Euro zuschießen. Dies ergibt mit den Eigenmitteln für die Investitionen insgesamt einen Betrag von nahezu 300 Millionen Euro in zehn Jahren.

Pater Gregotsch: "Wir hoffen, dass spätestens mit der nächsten Vereinbarung zwischen Bund und Ländern unsere langjährige Bitte um Gleichbehandlung unserer Leistungen mit jenen der öffentlich-rechtlichen Spitäler erhört wird. Denn langfristig geht es um den Bestand eines wesentlichen, sehr effizienten Teils des österreichischen Gesundheitswesens".

Rückfragen & Kontakt:

P. Leonhard Gregotsch
1010 Wien, Freyung 6/1/2/3
Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs
Telefon: 01/535 12 87/13
E-Mail: sk@maennerorden.at

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