WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Die Defizite an allen Fronten abdrehen - von Esther Mitterstieler

Wissen ist Macht: Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht

Wien (OTS) - Das Wort "Defizit" ist hierzulande hinlänglich bekannt. Nicht zuletzt nach der 2001 verkündeten und schließlich ein paar Jahre später von Experten revidierten Tatsache des staatlichen Nulldefizites. Wenn ein guter Tag damit anfängt, haben wir lauter schlechte Tage hinter und mindestens ebenso viele vor uns.

Ein ganz besonderes Defizit zeigt sich schon an grundlegender Front:
"Financial Education" wird in Österreich ebenso wenig gelebt wie politische Bildung ein Pflichtfach in jeder Schule ist. Eine Initiative wie die österreichweite Kampagne zur Verbesserung des Finanzwissens unterstützt das WirtschaftsBlatt nicht nur, um potenziellen Anlegern ein Grundinstrument in die Hand zu geben, um sich besser zu schützen. Es ist auch unbedingt nötig, dass Wirtschaft und Finanzen an den Schulen ihre Bedeutung erlangen. Denn jede(r) sollte sich mit Veranlagung, Finanzierung und Versicherungen zumindest grundsätzlich auskennen. Da sollte die Bauernregel gelten:
Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht.

Leider scheint das Sprichwort an den meisten Anlegern vor-übergegangen zu sein. Wie sonst lässt sich das Studienergebnis von finanzportal.at nach drei Millionen Fragerunden verstehen? Die durchschnittliche Erfolgsquote lag bei 73 Prozent. Bedenkt man, dass bei Richtig-Falsch-Fragen die Erfolgschance selbst für völlig Uninformierte bei 50 Prozent liegt, zeigt sich, dass die Mehrheit ahnungslos ist oder sogar falsches Wissen angesammelt hat.
Dabei ist die Wirtschaft eine wichtige Grundlage unseres Lebens - und sollte selbstverständlich zur Allgemeinbildung dazugehören. Schließlich schafft Wissen Macht. Wer nichts weiß, den kann man schneller übers Ohr hauen. Beispiele der jüngsten Vergangenheit gefällig? Meinl, Immofinanz, AMIS: Warum beklagen jetzt so viele Anleger den Verlust ihres mühsam ersparten Geldes? Weil sie sich mit Finanzprodukten eindecken ließen, von denen sie keine Ahnung hatten.

Es geht nicht nur um Aktien oder Fonds. Wie viele Fremdwährungskreditnehmer würden sich heute wohler fühlen, hätten sie sich gestern mehr Gedanken gemacht. Mehr Finanzwissen würde auch dafür sorgen, dass sich so mancher weniger schnell von gut gemeinten und schlecht getroffenen Nulldefiziten beeindrucken lassen würde.

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