Spindelegger: "Türkei muss Reformtempo erhöhen"

Arbeitsgespräch des Außenministers mit Zyperns Außenminister Kyprianou

Wien (OTS) - "Die politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Zypern und Österreich sind traditionell eng und freundschaftlich. Mit dem Beitritt Zyperns zur EU und zur Eurozone haben sie noch zusätzlich an Dynamik gewonnen. Heute vertreten wir in vielen europäischen und internationalen Fragen gemeinsame Standpunkte und ziehen an einem Strang", erklärte Außenminister Michael Spindelegger anlässlich seines Treffens mit seinem zypriotischen Amtskollegen Markos Kyprianou in Wien.

Wesentliches Thema des Arbeitsgesprächs waren der EU-Erweiterungsprozess und die diese Woche präsentierten Fortschrittsberichte der Europäischen Kommission. "Eine erfolgreiche Weiterführung der Verhandlungen mit der Türkei hängt letztlich vom Reformwillen und der Kompromissbereitschaft Ankaras ab. Wie die Europäische Kommission zum wiederholten Mal eingemahnt hat, muss es hier endlich Bewegung bei der Umsetzung des Ankara-Protokolls geben. Die Türkei muss das Reformtempo erhöhen. Sie kann nicht auf der Stelle treten und gleichzeitig erwarten, dass die Verhandlungen vorankommen", so Spindelegger. Dabei sei insbesondere die Öffnung türkischer Häfen und Flughäfen für Zypern von größter Bedeutung.

Zugleich unterstrich der Außenminister, die klare und geradlinige Position Österreichs zu den Verhandlungen mit der Türkei: "Wir wollen eine Europa-orientierte und offene Türkei. Wir treten für ergebnisoffene Verhandlungen ein, aber ohne Beitrittsautomatismus."

Thema des Gesprächs waren auch der zypriotische Friedensprozess und die Vereinigungsbemühungen der griechisch-zypriotischen und der türkisch-zypriotischen Volksgruppe. Spindelegger: "Es ist an der Zeit, die letzte Trennmauer in Europa zu durchbrechen. Nur auf gegenseitigem Respekt und Kompromissbereitschaft basierende direkte Verhandlungen zwischen den beiden Volksgruppen können langfristig das friedliche Zusammenleben auf der geteilten Insel sichern".

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