Pirklhuber: "Niedrige Milchpreise sind kein Schicksal"

Österreich unter den größten Überlieferern in der EU

Wien (OTS) - "Österreich ist unter den fünf Mitgliedstaaten, die ihre Milchquote am stärksten überschritten haben. Unter anderem haben auch diese Überschreitungen dazu beigetragen, dass trotz eines allgemeinen Lieferrückgangs noch immer viel zu viel Milch auf dem Markt ist und die Preise verfallen. Möglich wurde und wird diese Untugend der Überlieferung durch die sogenannte Saldierung, die auf Betreiben der ÖVP trotz ruinöser Preise nicht abgeschafft wurde", kritisiert der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber.

Wie aus vorläufigen Berechnungen der Kommission auf Grundlage der Meldungen der Mitgliedstaaten hervorgeht, haben die fünf Mitgliedstaaten Österreich, Zypern, Italien, Luxemburg und die Niederlande ihre Quote für Lieferungen überschritten. Insgesamt belaufen sich die Überschreitungen auf 348.400 Tonnen. Österreich hat seine Quote um 1,2 Prozent überschritten. Die fünf Mitgliedstaaten müssen jetzt Abgaben in Höhe von 99 Mio. Euro zahlen.

"Die Abgaben, die jetzt von den Überlieferer-Ländern in Höhe von 99 Mio. Euro zu zahlen sind, wären besser bei den Milchbäuerinnen und Bauern aufgehoben gewesen. Dazu hätte die EU-Kommission allerdings rechtzeitig die richtigen Signale setzen müssen, nämlich eine Reduktion der Milchquoten, die eine Stabilisierung der Milcherzeugerpreise nach sich ziehen würde. Derzeit kämpfen aufgrund einer Serie von Fehlentscheidungen der Agrarminister und der Kommission EU-weit zig-tausende Betriebe um ihre Existenz. Zu einer der maßgeblichsten Fehlentscheidungen gehörte die EU-weite Anhebung der Milchquote im letzten Jahr um +2,4 Prozent, denn das bedeutet 3,4 Mio. zusätzliche Tonnen auf dem Milchmarkt und damit ein Preisdebakel der Sonderklasse", erläutert Pirklhuber.
Der Agrarministerrat kommenden Montag in Luxemburg muss zu Anlass genommen werden, mit diesem Überschuss-Spektakel Schluss zu machen. "Ich fordere Landwirtschaftsminister Berlakovich auf, endlich in Österreich die Saldierung abzuschaffen und auf EU-Ebene für eine flexible Mengensteuerung einzutreten."

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