Glaser zum Welternährungstag: Hunger verletzt die Menschenwürde

Eine Milliarde Hungernde verlangen nach wirksamen Gegenmaßnahmen - Schwerpunkt der Entwicklungszusammenarbeit auf ländliche Entwicklung legen

Wien (ÖVP-PK) - "Wenn rund eine Milliarde Menschen an Hunger leiden, wird das Menschenrecht auf ein würdiges Leben in grundlegender Weise verletzt. Die teilweise dramatische Ernährungssituation muss wieder in den Mittelpunkt der internationalen politischen Bemühungen gestellt werden." Das stellte Abg. Franz Glaser, ÖVP-Sprecher für Entwicklungszusammenarbeit, heute, Donnerstag, anlässlich des morgigen Welternährungstages fest. ****

"Ein Ziel ist, zur regionalen Autonomie und Autarkie bei Nahrungsmitteln und Energie in den Entwicklungsländern beizutragen. Dazu ist es notwendig, den Schwerpunkt der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit mehr als bisher auf ländliche Entwicklung und landwirtschaftliche Beratung zu legen. Kleinere und mittlere Landwirtschaftsbetriebe sollen in die Lage versetzt werden, existenzfähig zu sein, die Ernährung der Menschen zu gewährleisten und Einkommen zu erwirtschaften", ist Glaser überzeugt.

Finanztransaktionsabgabe einführen, Spekulationen eindämmen

Auf politischer Ebene gelte es, Fehlentwicklungen zurechtzurücken. Glaser trat dafür ein, eine Finanztransaktionsabgabe einzuführen und von der Erzeugung abgekoppelte Spekulationen - vor allem auf Nahrungsmittel - durch Steuern einzudämmen. "Die immer noch zu niedrigen Transportkosten, die das weltweite Hin- und Hertransportieren begünstigen, berücksichtigen nicht die ökologischen Folgekosten. Schiffs- und Flugzeugtransporte unterliegen noch immer kaum einer Besteuerung", erinnerte Glaser.

Um die Märkte zu stabilisieren, sei es notwendig, die Vorratshaltung von Lebensmitteln weltweit auf ein vernünftiges Maß zu heben. "Auch die groß angelegten Landkäufe in Entwicklungsländern müssen kritisch hinterfragt werden. Hier sind internationale Regelungen notwendig", forderte Glaser.

Ausschlaggebend für die steigende Zahl von Hungernden sei auch nach wie vor die unausgewogene Verteilung von Ressourcen und Rohstoffen. "Es hilft niemandem, wenn in einem Teil der Welt Überschüsse mit Rohstoffen aus einem anderen Teil der Welt produziert werden, um diese dann wieder mit Hilfe von Exportstützungen zurückzutransportieren, womit die Existenzgrundlage für die dortigen Produzenten zerstört wird", sagte Glaser.

Zu befürchten sei, dass die dramatische Ernährungssituation in vielen Teilen der Welt durch die Auswirkungen des Klimawandels weiter verschärft wird, warnte Glaser. "Klimaschutz, Landbewirtschaftung und Nahrungsmittelsicherheit hängen untrennbar zusammen. Wenn der gegenwärtige unheilvolle Kreislauf nicht durchbrochen wird, wird es auch nicht gelingen, die Millenniums-Entwicklungsziele, zu denen sich die UN-Mitgliedstaaten verpflichtet haben, zu erreichen."
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