Welternährungstag: Gentechnik ist nicht die Antwort!

Greenpeace und Landwirte übergeben Petition an EU-Kommissarin Vassiliou

Brüssel/Wien (OTS) - Gemeinsam mit vier Landwirten aus ganz unterschiedlichen Regionen der Erde übergibt Greenpeace Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou heute eine Petition mit 180.000 Unterschriften unter folgender Forderung: Wir wollen Gentechnik weder auf dem Feld noch auf dem Teller! Gentechnik bedroht die Unabhängigkeit der Bauern, gefährdet die Lebensmittelsicherheit und hat noch keinerlei Beitrag zur Bekämpfung des Welthungers geleistet.

Die Übergabe findet vor dem Hintergrund des morgigen Welternährungstages und der Zulassung von drei gentechnisch veränderten Pflanzen statt, die Vassiliou selbst vorgeschlagen hat. Die Landwirte aus Spanien, Schweden und Thailand berichten von den negativen Erfahrungen, die sie mit Gentechnik in der Landwirtschaft gemacht haben und warum sie deshalb inzwischen biologisch arbeiten. Kommissarin Vassiliou werden sie die Früchte ihrer Arbeit überreichen: biologische Erdäpfel, Mais und Reis. Genau jene drei Pflanzenarten also, die innerhalb der EU demnächst gentechnisch verändert zugelassen werden sollen.

Unmittelbar vor dem Welternährungstag zeigt Greenpeace einmal mehr auf, dass Gentechnik keinesfalls die Lösung für die globale Hungerproblematik ist. Entgegen den Behauptungen von Gentech-Konzernen wie Monsanto oder Bayer hat die Technologie ihr Versprechen von höheren Erträgen bislang nämlich nicht eingelöst. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Eine umfassende Untersuchung der letzten dreizehn Jahre Gentechnik-Anbau in den USA hat ergeben, dass die manipulierten Pflanzen lediglich eine jährliche Ertragssteigerung von 0,2 bis 0,3 Prozent erreicht haben - wohingegen die natürliche Landwirtschaft Ertragssteigerungen von durchschnittlich einem Prozent pro Jahr erzielt.

"Die Gentechnik ist eine Technologie, die von wenigen privaten Unternehmen vorangetrieben wird, weil diese mittels Patentrechten enorme Gewinne erzielen können - ganz sicher aber nicht deshalb, weil sich diese Konzerne um die Hungernden auf unserer Erde sorgen würden", begründet Gentechnik-Sprecher Philipp Strohm das Engagement von Greenpeace. "Wir setzen uns dafür ein, bereits heute damit zu beginnen, eine nachhaltige Landwirtschaft aufzubauen - eine, die ausreichend gesunde Lebensmittel hervorbringt und gleichzeitig die Natur für die kommenden Generationen erhält", führt Strohm aus.

Samnieng Huadlim, eine 62jährige Reis-Bäuerin aus Thailand fügt hinzu: "Seit wir aufgehört haben, Chemie auf den Feldern einzusetzen, und dort wieder Regenwürmer leben, denke ich: Ich habe mein Feld zurückgewonnen und bin stolz, endlich nachhaltig zu arbeiten. Nie wieder werde ich Chemikalien auf mein Feld sprühen." Und Peter Nilsson, ein 39jähriger Bio-Bauer aus Schweden meint: "Ich mag die Art nicht, wie Agrarkonzerne mit Gentechnik das große Geschäft machen. Und mir ist bewusst, dass wir in Sachen Gentechnik noch immer Vieles nicht wissen. Mit der konventionellen Landwirtschaft war es doch das Gleiche: Jahrelang verwendeten wir Chemikalien und erkannten sehr spät erst die negativen Auswirkungen. Wir sollten der Natur gegenüber viel mehr Respekt aufbringen. Landwirtschaft bedeutet nämlich, mit der Natur zu arbeiten - wir müssen sie nur einfach besser zu verstehen lernen."

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Mag. Philipp Strohm, Greenpeace; Tel.: 0664-6126721

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