"KURIER"-Kommentar von Michael Bachner: "Der rote Teppich"

Nach der Finanzkrise die Reformen: Viele scheinen beides vergessen zu haben.

Wien (OTS) - Millionen-Abfindungen für unfähige Manager und astronomische Gagen für Spitzenbanker trotz Staatshilfen und spektakulärer Pleiten erhitzen die Gemüter. Wen wundert’s? Die Finanzkrise ist keine Naturkatastrophe, sie wurde von Menschenhand gemacht. Es muss Konsequenzen geben.
Leider ist von den groß angekündigten Reformschritten bisher wenig zu sehen. Daran sind dieselben Lobbys in New York und London schuld, die über die Jahre erfolgreich alle Regulierungen bekämpft haben. Es ist wichtig, wenn es auch in Österreich einen Wohlverhaltenskatalog gibt, der den langfristigen Erfolg belohnt und das Kurzfristdenken hintanstellt. Ein Limit für variable Vergütungen, einen Deckel bei Abfindungen. Doch wer ist Österreich?
Entscheidend ist, welchen Regeln sich künftig die großen Spieler im globalen Casino unterwerfen.
Die neun größten US-Banken haben 175 Milliarden Dollar an Finanzspritzen bekommen und 33 Milliarden an Prämien ausgezahlt, bei sechs Banken überstiegen die Boni gar den Gewinn. Wenn das so weitergeht, dann gute Nacht. Wer derart uneinsichtig agiert, rollt der nächsten Krise den roten Teppich aus.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Ressort Wirtschaft
Tel: 0043-1/52100-2638
wirtschaft@kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0001