AK zu Managergehältern: Klare Gesetze statt wachsweiche Empfehlungen

Freiwillige Vereinbarungen in einem Kodex haben sich nicht bewährt

Wien (OTS) - "Überzogene Managergehälter kriegen wir nicht durch wachsweiche Empfehlungen in den Griff. Statt dessen braucht es verbindliche gesetzliche Regeln und zwar rasch", sagt AK Direktor Werner Muhm zu den heute in Finanzministerium vorgestellten neuen Kodexregeln für Managergehälter. "Zahnlose Alibiempfehlungen kennen wir schon", so Muhm. "Schon beim jetzt gültigen Kodex gilt, dass alle an der Börse notierten Unternehmen freiwillig veröffentlichen sollen, was jeder einzelne Manager verdient. Doch bis jetzt hält sich gerade mal ein Dutzend Unternehmen daran." Die AK will deshalb eine klare Regelung im Aktienrecht, die die Veröffentlichung der individuellen Managergagen eines börsennotierten Unternehmens vorschreibt. Gerade diese ganz großen an der Börsen notierten Unternehmen stehen im öffentlichen Interesse. Hier ist Transparenz gefragt.

Bei Unternehmen, mit Beteiligung der öffentlichen Hand, fordert die AK deutlich schärfere Regeln: "Insbesondere Unternehmen mit staatlicher Beteiligung sollten bei den Managergagen Maß halten. Bei diesen Unternehmen sollte es eine Obergrenze für Managergagen geben", so Muhm.
Für alle übrigen Unternehmen fordert die AK eine Steuerbremse in Sachen Managergehälter: Denn derzeit können Vorstandsbezüge uneingeschränkt von den Unternehmen als Betriebsausgabe von der Körperschaftssteuer abgesetzt werden. "Das heißt: die Allgemeinheit finanziert die zum Teil exorbitanten Gehälter in den Chefetagen der ATX-Unternehmen mit. "Damit muss Schluss sein. Was über 500.000 Euro hinausgeht, sollte nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden dürfen", fordert Muhm. Der ganze Aufsichts-rat und nicht nur ein ausgewählter Ausschuss soll künftig detailliert über die Managerver-träge informiert werden. Nur so wird wirklich Transparenz geschaffen.
Weiters fordert die AK Maßnahmen gegen ungerechtfertigte Abfindungen. Diese werden in der Regel dann ausbezahlt, wenn befristete Managerverträge vorzeitig aufgelöst werden. Per Gesetz soll der Aufsichtsrat angehalten werden, bei der Vertragsgestaltung mit neuen Vorständen zusätzliche Kündigungsmöglichkeiten etwa bei pflichtwidrigem Verhalten des Vorstandes im Vertrag zu verankern. Überzogene Abfindungen wären dann nicht mehr möglich.
Große Unternehmen zahlen in der Regel für ihre Manager teuere Haftpflichtversicherun-gen, um die Bosse gegen eventuelle Schadensersatzforderungen bei Managerversagen abzusichern. Hier wäre es nur gerecht, wenn auch die Manager mit einem Selbstbehalt einen Beitrag zu ihrer eigenen Versicherung leisten.
"Maßhalten in den Chefetagen ist gerade jetzt in der Krise angesagt", so Muhm. Wenn einerseits die Arbeitnehmer eine Krise zahlen müssen, an der sie überhaupt nicht schuld sind, andererseits aber österreichische Top-Manager weiterhin ungerührt im Schnitt das 48fache eines Durchschnittslohns verdienen, geht der soziale Zusammenhalt verloren."

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