Grünewald: Psychisch Kranke keine Patienten zweiter Klasse

Grüne fordern Ende der Diskriminierung psychisch Kranker im österreichischen Gesundheitssystem

Wien (OTS) - Anlässlich des Welttages der seelischen Gesundheit äußert sich der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, kritisch über die den Stellenwert psychisch Kranker im österreichischen Gesundheitssystem: "Während WHO und die EU die steigende Zahl psychisch Kranker zum Anlass nimmt Schwerpunktprogramme zu erarbeiten und nationale Regierungen auffordert, ihre Versorgungsdefizite abzubauen beschränkt man sich in Österreich auf einige wohlwollende Kommentare. Verzögerungen in der Diagnostik dieser Erkrankungen und unerträglich lange Wartezeiten auf Behandlung sind tägliche Realität", kritisiert Grünewald den traurigen Alltag der Betroffenen. "Nur ein Bruchteil der psychotherapiebedürftigen Menschen erhält die notwendige Therapie und vielen werden die dabei entstehenden Kosten nur bruchstückhaft abgegolten. Bei körperlich Kranken wäre das undenkbar. Seit siebzehn Jahren sollte die Psychotherapie auf Krankenschein PatientInnenrecht sein, getan hat sich seither aber nicht allzu viel" analysiert Grünewald die Diskriminierung psychisch Kranker Menschen. Die Zahl von Kassenärzten für Psychiatrie liegt weit unter dem erhobenen Bedarf und die krassesten Mängel existieren in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das fördert die Chronifizierung von Erkrankungen und verursacht beträchtliche Folgkosten. Schon jetzt liegen psychische Erkrankungen bei Invaliditätspensionen auf Rang zwei", setzt Grünewald seine Kritik fort.

Auch der Rechnungshof kritisiert die zögerliche Umsetzung einer vor Jahren beschlossenen Psychiatriereform und die offensichtlichen Lücken des ambulanten Betreuungsangebotes. Eine Arbeitsgruppe der Grünen hat sich dieser Problematik angenommen und mit zahlreichen ExpertInnen die wesentlichen Defizite benannt. "Die Zahl der Suizidtoten übersteigt jene der tödlichen Verkehrsunfälle und niemand zieht daraus die Konsequenzen", ärgert sich Grünewald. "Wir fordern die rechtliche Gleichstellung von psychisch und körperlichen Erkrankten und eine Ausbildungsoffensive im Rahmen der Gesundheitsberufe. Auch muss ehest möglich ein verbindlicher und bundesweiter Stufenplan zur Behebung der eklatantesten Versorgungsdefizite erstellt werden um endlich zeitgemäße Qualitätsstandards der Diagnose und Therapie psychisch Erkrankter zu erreichen", so Grünewald.

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