Schelling: Effiziente und nachhaltige Finanzierung des Gesundheitswesens nur aus einem Topf möglich

Österreichische und deutsche Sozialversicherungsexperten beraten auf gemeinsamer Tagung in Warmbad Villach

Wien (OTS) - Eine nachhaltige Sicherung der Finanzierung des heimischen Gesundheitswesens aus einem Topf forderte einmal mehr der Vorsitzende des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Hans Jörg Schelling, bei seiner Eröffnungsrede anlässlich der 42. Tagung der deutsch-österreichischen Kommission in Warmbad Villach. "Die nun eingeleitete finanzielle Konsolidierung der Krankenkassen ist zwar ein erster wichtiger Schritt", so Schelling, "zur langfristigen Absicherung des Gesundheitssystems muss es aber auch zur Konsolidierung und Kostendämpfung bei den Spitälern und zur Finanzierung aus einem Topf kommen". Schelling: "Die Finanzierung aus einem Topf garantiert, dass wir von einer einrichtungsorientierten zu einer patientenorientierten Versorgung kommen". "Noch viel wichtiger aber ist", so Schelling weiter, "dass zuerst der Topf hergestellt werden muß, bevor die Diskussion über die verteilende Hand stattfindet". Derzeit würden die finanziellen Mittel für das Gesundheitssystem - in Summe immerhin 27 Milliarden Euro (inklusive Privatausgaben) - in verschiedene Töpfe fließen, was nicht nur zu Reibungsverlusten zwischen dem intramuralen (Spitäler) und extramuralen (niedergelassene ÄrzteInnen) Bereich führt, sondern auch zu unerwünschten Patientenverhalten, wie etwa das Einholen von unnotwendigen Doppelbefundungen".
Bei der Tagung der deutsch-österreichischen Kommission beraten einmal jährlich die Spitzenvertreter aus Management und Selbstverwaltung der österreichischen und deutschen gesetzlichen Krankenkassen aktuelle Fragen und Problemstellungen der sozialen Krankenversicherung. Neben der Finanzierung des Gesundheitswesens sind dabei auch der Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland, die Weiterentwicklung der e-card in Österreich, sowie die aktuellen Auswirkungen der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes auf die Sozialversicherung Schwerpunkte der Tagung.
So wie in Österreich ist auch in Deutschland die gesetzliche Krankenversicherung als Selbstverwaltungskörperschaft öffentlichen Rechts organisiert. Im Rahmen der Selbstverwaltung verwalten die Versicherten und ihre Arbeitgeber über deren gesetzliche Interessenvertretungen die Krankenkassen. Mit insgesamt 177 hat Deutschland im Vergleich zu Österreich - insgesamt 19 - aber wesentlich mehr gesetzliche Krankenkassen.

Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird beim Arzt durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.

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