- 07.10.2009, 14:03:16
- /
- OTS0264 OTW0264
Milch hat keine Nebenwirkungen
Pharmig: Medikamente sind keine Lebensmittel
Wien (OTS) - Hauptverbandsvorsitzender Dr. Hans Jörg Schelling
macht schlechte Witze auf Kosten von Patienten. Der gestrige
Vergleich von Milch mit Medikamenten ist deplatziert und falsch. Im
Supermarkt entscheidet der Konsument, welches Produkt er möchte. Er
hat die Freiheit, aus dem großen Angebot eines Supermarktes sein
bevorzugtes auszuwählen. Bei Medikamenten entscheidet der Arzt - in
Salzburg zukünftig einzig nach dem Kriterium der Kosten - welches
Mittel er verordnet. Der Patient bekommt das billigste, unabhängig
davon ob es den größtmöglich therapeutischen Nutzen erzielt oder
nicht. Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber: "Könnten Patienten
bei Medikamenten mitentscheiden, würden sie sich sicher nicht immer
mit dem billigsten abspeisen lassen. Entgegen den Aussagen von Herrn
Dr. Schelling gibt es bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln keinen
freien Markt."
Salzburger Regelungen offensichtlich nicht gesetzeskonform
Die Sozialversicherung will in Salzburg ein Ökonomiegebot mit
unzulässigen Regelungen umsetzen. Der Vertrag zwischen SGKK und
Ärztekammer Salzburg setzt offensichtlich die Richtlinie zur
ökonomischen Verschreibweise (RöV), den Erstattungskodex (EKO) und
die Heilmittel-Evaluierungskommission (HEK) außer Kraft. Zitate aus
Informationsveranstaltungen der SGKK belegen das: 'RöV und HEK sind
in Salzburg nicht mehr gültig. Jedes Medikament, das nicht auf der
Salzburger Ökonomieliste im grünen Bereich ist, ist automatisch in
der No-Box.' Was bedeutet, dass es nicht mehr verschrieben werden
kann. Der Vertrag zwischen SGKK und Salzburger Ärztekammer steht
augenscheinlich im großen Widerspruch zu bundesweit geltendem Recht.
Huber: "Es ist unzulässig, Regelungen zu treffen, die dem geltenden
Erstattungsrecht widersprechen."
Billig ist nicht ökonomisch
Es ist ein Fehler anzunehmen, dass das billigste Medikament
automatisch die geringsten Kosten verursachen würde. Um die Ökonomie
eines Arzneimittels zu berechnen, muss man neben den
Anschaffungskosten auch den Erfolg der Behandlung berücksichtigen.
Huber: "Ein Patient, der mit einem passenden Medikament behandelt
wird, wird schneller gesund. Das spart Kosten. Mit einfachen
Milchmädchenrechnungen kommt man hier nicht weiter." Aus diesem Grund
sieht die RöV ja auch vor, dass aus mehreren therapeutisch geeigneten
Heilmitteln das gewählt wird, welches gesamt die geringsten Kosten
verursacht. An diese Vorschrift haben sich die Ärzte im Rahmen ihrer
Therapiefreiheit auch immer gehalten.
Offenheit und Ehrlichkeit
Anstatt über die Vergleichbarkeit von Milch und Arzneimitteln zu
sinnieren, sollte der Hauptverband lieber alle Details zum
SGKK-Vertrag veröffentlichen. Im Sinne der Transparenz müssen alle
negativen Auswirkungen des Vertrages und dessen Gesetzeskonformität
dargestellt werden. Dauernde Umstellungen auf das billigste
Medikament verhindern Therapietreue und damit den Heilungserfolg.
Huber: "Der Hauptverband hat wohl vergessen, dass vor allem ältere
Menschen laufend Medikamente einnehmen müssen. Man kann diesen
Personen doch nicht zumuten, monatlich von einem Medikament zum
nächsten zu wechseln. Das ist unverantwortlich."
Geld für Arzneimittelinnovationen
Schon lange fordert die Pharmig, dass das Geld, das durch Generika
bzw. günstige Arzneimittel gespart wird, für Arzneimittelinnovationen
verwendet wird. In der Realität wird dieses Geld aber zum Stopfen von
Budgetlöchern verwendet. Huber: "Ich nehme Herrn Dr. Schelling gerne
beim Wort, wenn er sagt, dass das ersparte Geld für hochqualitative
Arzneimittel zur Verfügung steht. Bis jetzt sind wir mit dieser
Forderung immer vor verschlossenen Türen gestanden."
Rückfragehinweis:
Pharmig Kommunikation
Tel.: 01/40 60 290
mailto:kommunikation@pharmig.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PHA






