GBH-Muchitsch: Sorger gefährdet durch Angstmache Wirtschaftswachstum!

Logisches, vernünftiges Denken sowie neue Vorschläge fehlen!

Wien (ÖGB/GBH) - "Ich hätte mir eigentlich erwartet, dass es angesichts der noch nicht ausgestandenen Wirtschaftskrise endlich neue Vorschläge seitens der Industriellenvereinigung zu deren Bewältigung gibt. Stattdessen werden zum Start der Herbstlohnrunden wieder einmal die alten Forderungen ausgepackt. Diese bedeuten weniger Geld für die ArbeiternehmerInnen. Zusätzlich führt diese Angstmache zu einem noch stärkeren und verfrühten Sparen, anstatt die Kaufkraft zu steigern. Unter Wirtschaftskompetenz verstehe ich etwas anderes", so der Stv. Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz und Abg. Z. NR Josef Muchitsch in Reaktion auf die jüngsten Aussagen des IV-Präsidenten Veit Sorger.++++

Die Gewerkschaften, so Muchitsch weiter, seien durchaus bereit, Gespräche auch zu weiteren Flexibilisierungen zu führen, sofern diese keine Reallohnverluste für die Beschäftigten bringen. Muchitsch:
"Allerdings weise ich nochmals darauf hin, dass schon die derzeitigen umfangreichen Möglichkeiten einer flexiblen Arbeitszeitgestaltung, die die Kollektivverträge bieten, von den Unternehmen nicht genutzt werden. Im Bau-Kollektivvertrag können z.B. bis zu 168 Stunden eingearbeitet werden, um eine verlängerte Durchbeschäftigung in den Wintermonaten zu erreichen. Dieses Modell wird von der Wirtschaft nicht annähernd ausgeschöpft! Also, Herr Sorger, was soll das? Nehmen Sie sich an der Gesprächskultur und funktionierenden Sozialpartnerschaft in der Bauwirtschaft ein Beispiel, anstatt über die Medien mit alten Hüten zu poltern. So funktioniert Sozialpartnerschaft nicht!"

Muchitsch weiter: "Der Bundesregierung unter Bundeskanzler Faymann ist es mit den Konjunkturpaketen gelungen, die Auswirkungen der Krise einzudämmen. Vor allem auch mit steuerlichen Maßnahmen für die kleinen und mittleren Einkommen, die die Kaufkraft gestärkt haben. Auch die Wirtschaft hat Verantwortung wahrzunehmen. Es kann doch nicht sein, dass die IV nur in wirtschaftlich schlechten Zeiten über Gewinnbeteiligungen spricht. Wo waren diese für die Beschäftigten in den wirtschaftlich guten Jahren? Da haben nur AktionärInnen profitiert. Jetzt, in Zeiten einer Wirtschaftskrise, sollen nach Meinung der IV die AktionärInnen weiter profitieren und die Beschäftigten wieder einmal allein die Zeche bezahlen. Zur Erinnerung, Herr Sorger: Die Beschäftigten haben die Krise nicht verursacht! Die Beschäftigten warten mit Spannung auf Ihre Vorschläge zu einer höheren Besteuerung großer Vermögen und zum Beitrag der Industriebetriebe zur Stärkung der Kaufkraft. Zuerst Reallöhne herunterfahren und dann eine Gewinnbeteiligung nach Gutdünken durch das Unternehmen in Aussicht stellen - im Namen aller Beschäftigten:
Nein Danke, Herr Sorger!"

ÖGB, 6. Oktober 2009 Nr. 593

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