VSStÖ: Studiengebühren nicht wieder einführen!

Studiengebühren sind nie fair

Wien (SK) - Der Verband Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) spricht sich gegen Minister Hahns Studiengebühren-Vorstoß aus. Die Wiedereinführung der Studiengebühren wäre "eine bildungspolitische Katastrophe", mahnt Sophie Wollner, Bundesvorsitzende des VSStÖ, in Richtung Bundesregierung. "Als die Studiengebühren im Wintersemester 2001 eingeführt wurden, haben 45.000 Studierende ihr Studium abgebrochen. Bei der niedrigen AkademikerInnenquote, die Österreich vorzuweisen hat, ist es fatal, Studierende von der Uni zu drängen."

Mit der Einführung der Studiengebühren 2001 hat sich auch die soziale Durchmischung der Studierenden verringert. "Die Erhebung zur sozialen Lage der Studierenden hat damals bewiesen, dass Studiengebühren eine Barriere für StudienanfängerInnen aus bildungsfernen Schichten darstellen und diese von der Uni fernhalten," so Sophie Wollner.

"Studiengebühren können niemals fair sein. Sie stellen eine massive finanzielle Belastung zu Beginn jedes Semester dar. Besonders für die knapp 60 Prozent der Studierenden, die permanent berufstätig sind um sich ihr Studium leisten zu können, sind Studiengebühren oftmals der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt und Studierende zum Studienabbruch zwingt. In dieser Gruppe können auch Stipendien nicht greifen, da die Studierenden schnell über die Zuverdienstgrenzen kommen ," plädiert Wollner für den freien Hochschulzugang.

Der VSStÖ schlägt Minister Hahn vor, die Studiengebühren nicht wieder einzuführen, sondern komplett abzuschaffen und trotzdem die Stipendien zu erhöhen. "Auf den meisten Fachhochschulen zahlen Studierende immer noch Studiengebühren, die Rektoren beklagen sich wegen des hohen Verwaltungsaufwands der momentanen Regelung und viele Studierende rutschen aus den Befreiungsgründen hinaus. Wenn der Finanzminister gerade wirklich bereit ist so viel Geld in die Universitäten zu stecken, wie Hahn es andeutet, warum nicht gleich alle von Studiengebühren befreien und die Stipendien erhöhen? Das wäre ein großer Schritt in Richtung faires Bildungssystem," so Sophie Wollner abschließend. (Schluss) mx

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