Brunner zu Welttierschutztag: Empfehlungen des Tierschutzrates werden ignoriert

Grüne bringen parlamentarisches Paket zum Tierschutz ein

Wien (OTS) - "Der Tierschutzrat hat seit 2005 zahlreiche Empfehlungen abgegeben, die jedoch fast allesamt ignoriert wurden", kritisiert die Tierschutzsprecherin der Grünen, Christiane Brunner, anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober. Die Grüne Tierschutzsprecherin hat eine Serie von parlamentarischen Anfragen und ein Paket von Entschließungsanträgen vorbereitet, die sich an den Empfehlungen des Tierschutzrates orientieren. "Schluss mit der grausamen Praktik der Enthornung von Kälbern ohne Schmerzausschaltung", fordert sowohl der Tierschutzrat als auch die grüne Tierschutzsprecherin. "Die Entfernung von Hornanlagen bei Kälbern ist ein sehr schmerzhafter und belastender Eingriff. Wir fordern, dass er nur mehr - so er nicht überhaupt vermeidbar ist -nach Sedierung und Schmerzausschaltung erfolgen darf" so Brunner.

Besonderen Handlungsbedarf sieht die grüne Tierschutzsprecherin auch bei der Haltung von Schweinen. In Österreich leben rund 85 % der Mastschweine auf Vollspaltenböden ohne Stroheinstreu, rund 98 % aller Zuchtsauen müssen ins Abferkelgitter und rund 72 % aller Zuchtsauen leben ununterbrochen im Kastenstand, wo sie sich nicht einmal umdrehen können. Zudem werden männliche Ferkel nach wie vor ohne Narkose chirurgisch kastriert. In einem Entschließungsantrag fordern die Grünen die Anpassung der Schweinehaltung an eine artgerechte Tierhaltung. Brunner fordert EU-weite Reformen: ein Verbot von Vollspaltenböden, verpflichtende Einstreu für alle Betriebe, ein Verbot von Kastenständen und ein Verbot von schmerzhaften Eingriffen ohne Narkose wie z.B. die schmerzhafte Kastration von männlichen Ferkeln. In Österreich ist die Kastration männlicher Ferkel in den ersten sieben Lebenstagen ohne Schmerzausschaltung erlaubt. Die Schmerzhaftigkeit des Eingriffs ist von Fachleuten unbestritten. "Ein gravierender Eingriff wie die Kastration ohne Schmerzausschaltung muss daher als Tierquälerei bezeichnet werden. Der Ausstieg aus der konventionellen Kastration ist daher ein Gebot der Stunde", fordert Brunner.

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