Caritas begrüßt Vorstoß für ein Staatssekretariat für Integration

Binnenstein-Bachstein: Das Integrationsthema ist im Innenministerium falsch und schlecht aufgehoben

Wien (OTS) - Die langjährige Caritas- Forderung nach einer Auslagerung der Integrations- und Flüchtlingsschutz- Materie in ein eigenes Ressort wird endlich gehört. "Gelungene Integration braucht ein Gesamtkonzept", bekräftigt Werner Binnenstein-Bachstein, Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien, der den Vorstoß des Wiener Bürgermeisters für ein eigenes Ressort für Integration sehr begrüßt: "Recht auf Familie, Zugang zum Arbeitsmarkt, faire soziale Absicherung, Zugang zur Bildung, vertretbare Wohnverhältnisse, Möglichkeit der Teilnahme zumindest an der Kommunalpolitik. Integration ist eine Querschnittmaterie. Da ist das Thema Sicherheit nur eines von vielen. Das wird im Innenministerium leider offensichtlich immer wieder vergessen! Deshalb ist das Integrationsthema im Innenministerium schlecht und falsch aufgehoben!" Als logische Konsequenz sei die Schaffung eines eigenen Staatssekretariats für Integration dringend erforderlich. Zusätzlich fordert die Caritas einen grundsätzlichen Neustart der Asyl- und Migrationsdebatte. "Österreich braucht ein eigenes Staatssekretariat für Integration, das in seine Entscheidungen alle relevanten Bereiche wie Bildung, Arbeitsmarkt, Soziales und das Flüchtlingswesen mit einbezieht. Das Migrationsthema darf nicht länger nur unter dem Sicherheitsaspekt abgehandelt werden. Migration und Integration sind Querschnittsthemen, die alle Gesellschaftsbereiche berühren!" so Binnenstein-Bachstein.

Binnenstein-Bachstein bekräftigt, dass von ernsthafter Integration nur dann die Rede sein könne, wenn diese auch rechtliche Gleichstellung, soziale Chancengleichheit und die Wahrung und Förderung kultureller Vielfalt bedeute. Denn Integration heißt, gleichberechtigt am Leben teilzuhaben. Die Bemühungen müssten dahin gehen, dass MigrantInnen in Zukunft in ihrem Job auch Aufstiegschancen haben und nicht mehr an eine gläserne Decke stoßen, die sie nicht durchbrechen könnten. "Österreich braucht einen fairen Umgang mit seinen MigrantInnen und einen menschenrechtskonformen Umgang mit Schutzsuchenden. Geordnete Zuwanderung ist eine Chance und eine Bereicherung für unser Land und nicht eine Bedrohung", ergänzt Binnenstein-Bachstein. Dennoch sei klar, dass Integration immer ein wechselseitiger Prozess ist, bei dem alle Beteiligten Schritte aufeinander zugehen müssen. Konkret bedeutet dies Anstrengungen für beide Seiten.

Caritas-Projekt Tanz-die-Toleranz zeigt: Gelungene Integration ist für alle ein Gewinn

Binnenstein-Bachstein: "Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, dass Integration möglich ist, und gelungene Integration für alle Beteiligten ein Gewinn ist. Wer sich davon selbst überzeugen will, den lade ich sehr herzlich zu unserer Tanz die Toleranz Veranstaltung EXIL am 9. und 10. Oktober ins Wiener Gasometer ein." Das Caritas Tanzprojekt verbindet junge Menschen unterschiedlichster Herkunft. Rund 100 junge Tanzbegeisterte haben sich vier Wochen lang gemeinsam mit dem bekannten Choreografen Royston Maldoom in einen intensiven Probenprozess begeben. "Tanz die Toleranz" richtet sich in seinem kulturellen und ästhetischen Anspruch an die Gesellschaft in ihrer gesamten Vielfalt. "Man muss nicht miteinander sprechen können, um miteinander zu leben; wenn man aber zusammen getanzt hat, kann man auch miteinander leben", so der Choreograf Royston Maldoom. Im Fokus steht der Moment der Aufführung, das gemeinsame Erlebnis auf der Bühne. "Viele fragen sich vielleicht: Warum organisiert die Caritas ein Tanzprojekt? Unsere Erfahrungen zeigen: Beim Tanzen entstehen manche Barrieren, aufgrund von Sprache, Herkunft oder Bildung erst gar nicht - Freundschaften allerdings entstehen wie "nebenbei", so Binnenstein-Bachstein abschließend.

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