Zukunftsforum Soziales II/ÖAAB-Generalsekretärin Karl: Flexibilität ist keine Einbahnstraße – Leistung muss sich lohnen

ÖAAB erarbeitet Konzepte für die „neue Arbeitswelt“

Wien, 02. Oktober 2009 (OTS) „Von den Arbeitnehmern wird immer mehr Flexibilität eingefordert – aber diese Flexibilität darf keine Einbahnstraße sein. Leistung muss sich lohnen“, fasste ÖAAB-Generalsekretärin Abg.z.NR Beatrix Karl die Ergebnisse des „ÖAAB-Zukunftsforum Soziales“ im Wiener Raiffeisenforum zusammen. In drei Arbeitsgruppen wurden am Freitagnachmittag Konzepte für die „neue Arbeitswelt“ diskutiert. ****

Das Erfolgsgeld für Mitarbeiter stand im Mittelpunkt des ersten Arbeitskreises. „Wenn Unternehmen Gewinne erzielen, bekommen Manager Bonuszahlungen und das ist auch in Ordnung – aber das muss auch für Mitarbeiter gelten“, fordert der Arbeitskreisleiter und burgenländische ÖAAB-Landesobmann Abg.z.NR Oswald Klikovits. Über Kapital- oder Gewinnbeteiligungen sollen die Mitarbeiter am Erfolg ihres Unternehmens partizipieren. „Kurzarbeit, Lohnverzicht – gerade jetzt wird von den Arbeitnehmern enorm viel Solidarität erwartet. Es ist legitim, wenn die Arbeitnehmer diese Solidarität auch von ihren Unternehmern einfordern, wenn die Gewinne wieder steigen“, ergänzte die ÖAAB-Generalsekretärin. Die Erfolgsbeteiligung eignet sich prinzipiell für alle Unternehmensgrößen und Rechtsformen. „Unsere Aufgabe ist es, gesetzliche Rahmenbedingungen und steuerliche Anreize für freiwillige Mitarbeiterbeteiligungsmodelle zu schaffen“, betont Karl.

Klassische unbefristete Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse werden immer weniger – atypische Beschäftigungsverhältnisse in ihren verschiedensten Ausprägungen sind im Vormarsch. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um die Betroffenen arbeits- und sozialrechtlich besser abzusichern. Derzeit muss ein Mitarbeiter, mit freiem Dienstvertrag, der aber die Leistungen eines
Angestellten erbringt, vor Gericht beweisen, dass sein Beschäftigungsverhältnis über das eines freien Dienstnehmers hinausgeht – in der Praxis ist es aber gerade jemandem, der wirtschaftlich von einem Unternehmen abhängig ist, nicht zumutbar, gegen seinen Arbeitgeber zu prozessieren“, erklärt der Arbeitskreisleiter, der steirische ÖAAB-Landesobmann KO LAbg. Christopher Drexler die ÖAAB-Forderung nach einer Beweislast-Umkehr. Außerdem fordert er auch stärkere Kontrollen durch Arbeitsinspektorat und Gebietskrankenkassen.

„Flexibilität war bis jetzt immer ein Schlagwort der Unternehmer – diese kann aber nicht nur bei den Arbeitnehmern eingefordert werden, sondern muss ihnen auch geboten werden“, fordert der Wiener Landesobmann KO LAbg. Matthias Tschirf, Leiter des dritten Arbeitskreises, der sich mit der Einführung des Zeitwertkontos befasste. „Es bietet die Möglichkeit, bestimmte arbeitsrechtliche Ansprüche, wie z.B. Überstunden oder Zulagen auf ein Konto zu transferieren. Mit den gesparten arbeitsrechtlichen Ansprüchen können sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer später eine längere bezahlte Freizeit leisten. Diese kann von den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nach ihren Vorstellungen verwendet werden, z.B. als ‚Auszeit’ für die Familie, für Weiterbildung oder für einen früheren Pensionsantritt“, erklärt Karl. Die angesparte Zeit soll ähnlich der „Abfertigung neu“ auch bei den Mitarbeitervorsorgekassen gewinnbringend veranlagt werden und kann nicht nur in Form eines Zeitguthabens, sondern auch beispielsweise als Zusatzpension ausbezahlt werden. „Wie bei der 'Abfertigung neu' können die Arbeitnehmer dann auch ihre angesparte Zeit mitnehmen – dadurch wird der Rucksack zwar schwerer, aber für die Arbeitnehmer ist mehr drin“, betont auch Generalsekretärin Karl die Bedeutung der ÖAAB-Forderung. Das „Zukunftsforum Soziales“ soll als kontinuierliche Denkwerkstätte des ÖAAB etabliert werden.

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