"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Helfer brauchen Imagepolitur" (Von Mario Zenhäusern)

Ausgabe vom 3. Oktober 2009

Innsbruck (OTS) - Das Rote Kreuz setzt sich mit anderen Rettungsorganisationen an den Verhandlungstisch. Endlich.
Noch ist das gemeinsame Angebot zwar nicht abgegeben. Aber allein die Tatsache, dass der bisherige Monopolist Rotes Kreuz vom hohen Ross heruntergestiegen ist und sich mit anderen Rettungsorganisationen an den Verhandlungstisch gesetzt hat, ist Grund zur Freude. Jahrelang hatten die Jünger Henri Dunants auf ihrem Sektor quasi konkurrenzlos die Preise diktiert - Tirols Gemeinden können ob der rasant gestiegenen Kopfquoten ein Lied davon singen.

Jetzt ist plötzlich alles anders. Um Ordnung und endlich auch Transparenz in den Rettungsdienst zu bringen, hat der zuständige Gesundheits-Landesrat Bernhard Tilg das Rettungswesen in Tirol neu ausgeschrieben. Und zwar erstmals für das gesamte Land. Er hat damit den Boden bereitet für eine Allianz der Retter, die gewährleistet, was oberstes Ziel aller Bemühungen sein muss: die optimale Versorgung jedes Menschen in jedem Winkel Tirols!

Mit ihrer Teilnahme an diesem Bündnis haben die Vertreter des Roten Kreuzes gerade noch rechtzeitig die Kurve gekratzt. Der jahrelange Streit mit dem Samariterbund im Bezirk Kufstein und zuletzt die umstrittenen Immobilien-Transaktionen der Bezirksstelle Schwaz haben der Organisation mehr geschadet als genützt. Die Helfer haben plötzlich eine kräftige Imagepolitur nötig.

Das neue Rettungsgesetz und die damit verbundene Ausschreibung kommt da zum rechten Zeitpunkt. Jetzt können alle Beteiligten zeigen, dass es ihnen tatsächlich um die Menschen in diesem Land geht. Und nicht bloß darum, möglichst viel Gewinn zu machen.

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