Vana/ Grüne Wien: Equal Pay für Frauen in Wien noch in weiter Ferne

Vana: "Wien soll Musterstadt für Einkommensgerechtigkeit werden"

Wien (OTS) - Frauen in Wien müssen 88 Tage länger arbeiten um auf das gleiche Salär zu kommen wie Männer. Ab Montag 5. Oktober - dem Wiener Equal Pay Day - haben Männer bereits das verdient, was Frauen erst am Jahresende am Konto haben. Monika Vana, Stadträtin und Frauensprecherin der Grünen Wien: "Equal Pay ist in Wien noch in weiter Ferne. Wien soll Musterstadt in Sachen Einkommensgerechtigkeit zwischen Frauen und Männern werden. Die Stadt Wien soll endlich das umsetzen, was sie im Bund fordert."

Vana fordert, dass für die 75.000 Beschäftigten der Stadt Wien endlich "gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit" gelten muss. "Die Offenlegung der Gehälter und aller Zulagen im Magistrat sowie neue Arbeitsbewertungsverfahren sind dazu ein wichtiger Schritt. Der Anteil an Frauen in Spitzenfunktionen muss angehoben werden. Die Förderung der Väterkarenz und Einführung des "Papa-Monats" - die Stadt Wien hat lediglich 1% Männer in Elternkarenz" - wie auch die Koppelung Wirtschaftsförderung und der öffentlichen Auftragsvergabe an betriebliche Gleichstellung könnten schon längst umgesetzt sein, wenn den Worten endlich Taten folgen würden", so Vana

Dass es massiven Handlungsbedarf gibt, zeigen die Zahlen. Im Magistrat verdienen Frauen um 15 % weniger. Weibliche Angestellte erhalten in Wien mit 37%, Arbeiterinnen um 35% und Pensionistinnen um 36% weniger als Männer. Schon bei den Lehrlingen ist die Kluft immens: 19% beträgt die Differenz nach 3 Lehrjahren, wenn man die Lehrlingsentschädigung der 10 beliebtesten Lehrberufe von Mädchen mit den 10 beliebtesten Lehrberufen von Burschen vergleicht. Dass in Wien die Einkommensschere im Vergleich zu den anderen Bundesländern geringer ausfällt, liegt nur zu einem Teil am besseren Verdienst der Frauen. Zum anderen liegt es am niedrigen Einkommen der Wiener im Vergleich zu Restösterreich.

Die Einkommensdifferenz liegt vor allem daran, dass traditionell frauendominierte Arbeitsbereiche generell schlechter bezahlt werden, weniger Frauen innerbetrieblich Karriere machen, Zuschläge und Sonderzahlungen eher Männern zu gute kommen. In 15 % der Fälle liegt klassische Lohndiskriminierung vor. Da nur ganzjährig Vollzeitbeschäftigte Arbeit in der Statistik zum Equal Pay Day verglichen wird, spielt Teilzeitarbeit nur indirekt eine Rolle; Teilzeitjobs sind oft Sackgassenjobs und damit bleibt vielen Frauen eine Karriere versperrt. Qualifizierte Teilzeit gibt es in Österreich praktisch nicht. Die Stadt Wien könnte auch hier innovative Akzente setzen, um qualitative Teilzeit zu fördern, so Vana abschließend.

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