ÖGJ: Von einer offenen Lehrstelle in Tirol hat ein/-e WienerIn nichts

Vorrang für Lehrausbildung im Betrieb, aber trotzdem Lehrwerkstätten notwendig

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Von einer freien Lehrstelle in Tirol hat ein Jugendlicher in Wien gar nichts", gibt Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), dem früheren Lehrlingsbeauftragten Egon Blum Recht: "So lange es Jugendliche ohne Ausbildungsplatz gibt, müssen Lehrstellen geschaffen werden. Alles andere sind sinnlose Zahlenspiele", sagt Michlmayr. Auf die Interessen der Jugendlichen müsse Rücksicht genommen werden. Blum hatte im Ö1-Morgenjournal gemeint, man könne jemandem, der KonditorIn werden möchte, nicht einfach eine Metzger-Lehrstelle anbieten.++++

Wie Blum ist auch die ÖGJ der Meinung, dass die Lehrausbildung in den Betrieben Vorrang vor überbetrieblichen Ausbildungen in Lehrwerkstätten haben muss. "Aber viele Unternehmen ziehen sich aus der Lehrausbildung zurück. Bis sich das wieder ändert, muss die Bundesregierung einspringen und allen, die keine Lehrstelle finden, einen überbetrieblichen Ausbildungsplatz verschaffen", fordert Michlmayr.

Schulreform, damit Lehranfänger besser Rechnen und Schreiben können

Blum hatte auch beklagt, dass den Jugendlichen immer häufiger elementare Grundkenntnisse im Rechnen und im Schreiben fehlen würden. "Deshalb sind endlich Schulreformen nötig, die diesen Namen auch verdienen", sagt Michlmayr: "Wir brauchen verstärkt Förderunterricht, damit Erfolg nicht mehr von der Leistbarkeit von Nachhilfestunden abhängt. Und vor allem brauchen wir ein Schulsystem, das nicht schon Neunjährige auf einen Bildungsweg festlegt." Besonders wichtig sei auch, dass SchülerInnen mit Migrationshintergrund neben besonderer Förderungen in Deutsch auch Unterricht in der Muttersprache erhalten:
"Nur wer die eigene Sprache perfekt beherrscht, kann sich auch eine andere erfolgreich aneignen", schließt der ÖGJ-Vorsitzende.(fk)

ÖGB, 2. Oktober 2009 Nr. 580

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