- 02.10.2009, 11:29:22
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ÖGJ: Von einer offenen Lehrstelle in Tirol hat ein/-e WienerIn nichts
Vorrang für Lehrausbildung im Betrieb, aber trotzdem Lehrwerkstätten notwendig
Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Von einer freien Lehrstelle in Tirol hat ein
Jugendlicher in Wien gar nichts", gibt Jürgen Michlmayr, Vorsitzender
der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), dem früheren
Lehrlingsbeauftragten Egon Blum Recht: "So lange es Jugendliche ohne
Ausbildungsplatz gibt, müssen Lehrstellen geschaffen werden. Alles
andere sind sinnlose Zahlenspiele", sagt Michlmayr. Auf die
Interessen der Jugendlichen müsse Rücksicht genommen werden. Blum
hatte im Ö1-Morgenjournal gemeint, man könne jemandem, der KonditorIn
werden möchte, nicht einfach eine Metzger-Lehrstelle anbieten.++++
Wie Blum ist auch die ÖGJ der Meinung, dass die Lehrausbildung in
den Betrieben Vorrang vor überbetrieblichen Ausbildungen in
Lehrwerkstätten haben muss. "Aber viele Unternehmen ziehen sich aus
der Lehrausbildung zurück. Bis sich das wieder ändert, muss die
Bundesregierung einspringen und allen, die keine Lehrstelle finden,
einen überbetrieblichen Ausbildungsplatz verschaffen", fordert
Michlmayr.
Schulreform, damit Lehranfänger besser Rechnen und Schreiben können
Blum hatte auch beklagt, dass den Jugendlichen immer häufiger
elementare Grundkenntnisse im Rechnen und im Schreiben fehlen würden.
"Deshalb sind endlich Schulreformen nötig, die diesen Namen auch
verdienen", sagt Michlmayr: "Wir brauchen verstärkt Förderunterricht,
damit Erfolg nicht mehr von der Leistbarkeit von Nachhilfestunden
abhängt. Und vor allem brauchen wir ein Schulsystem, das nicht schon
Neunjährige auf einen Bildungsweg festlegt." Besonders wichtig sei
auch, dass SchülerInnen mit Migrationshintergrund neben besonderer
Förderungen in Deutsch auch Unterricht in der Muttersprache erhalten:
"Nur wer die eigene Sprache perfekt beherrscht, kann sich auch eine
andere erfolgreich aneignen", schließt der ÖGJ-Vorsitzende.(fk)
ÖGB, 2. Oktober 2009 Nr. 580
Rückfragehinweis:
ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Florian Kräftner
Tel.: (++43-1) 534 44/290 DW
Fax: (++43-1) 533 52 93
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