Wahrnehmung der Tiere als fühlende Wesen ist Grundbedingung einer ethischen Haltung

Tiere gelten in der Lehre des Buddha in gleicher Form als fühlende Wesen, wie Menschen.

Wien (OTS) - "So lange es nicht gelingt, dass Bewusstsein der Menschen dafür zu öffnen, in den Tieren gleichfalls fühlende Wesen zu erkennen, bedarf es eines jährlichen Gedenktages", sagt Gerhard Weißgrab, der Präsident der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft.

"Wenn im Rahmen der aktuellen Krise verstärkt nach einer neuen Ethik verlangt wird, so sind wir damit auf dem richtigen Weg. Diese neue Ethik soll vor allem durch zwei Schwerpunkte gekennzeichnet sein", sagt Weißgrab, "erstens dadurch, dass diese Ethik nicht durch Vorschriften und Paragraphen bedingt ist, sondern aus der persönlichen Einsicht der Notwendigkeit für ethisches Handeln entsteht und zweitens dadurch, dass sie ohne wenn und aber auch den mitfühlenden Umgang mit Tieren einschließt.

Wir leben in einer Kultur, in der der Begriff "Nutztiere" wie selbstverständlich im täglichen Sprachgebrauch Verwendung findet. Nachdem der Gedanke der Handlung voraus geht, sollten wir uns die Folgen solcher Formulierungen bewusst machen.

In der Lehre des Buddha findet sich keine zwingende Vorschrift zu einer vegetarischen Ernährung, aber es besteht die Grundbedingung zum mitfühlenden Handeln im Umgang mit allen fühlenden Wesen, also auch den Tieren. Wenn es in einem ersten Schritt gelingt, das Übermaß an Tierleid, dass allein im Vorfeld zur Nahrungsmittelproduktion entsteht, wesentlich zu reduzieren, sind wir einen großen Schritt weiter, ohne deswegen noch unsere Essgewohnheiten geändert zu haben.

Die Gewinnmaximierung als Hauptmotiv des Handelns ist nicht nur die Wurzel unserer aktuellen Krise, sondern auch für ein unerträgliches Ausmaß an Tierleid. Im Sinne eines einsichtigen Handelns und im Bewusstsein dessen, dass wir alle voneinander abhängig sind, sollte sich der mitfühlende Umgang mit allen Lebewesen für uns zur obersten Handlungsmaxime entwickeln.

Danke allen Menschen, die sich unermüdlich für die Verbesserung von "tierischen" Lebensbedingungen einsetzen und die Bitte an alle Menschen, besonders das Bewusstsein der Kinder für die Notwendigkeit eines mitfühlenden Handelns zu schulen, als Voraussetzung für eine "menschliche" Zukunft."

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