Wien: Wohnheim Mariahilf für Haftentlassene feiert 25-Jahr-Jubiläum

Wien, 01.10.2009 (KAP) Das Wohnheim des Wiener diözesanen "Vereins für Integrationshilfe" in Mariahilf besteht seit 25 Jahren. Im Wohnheim Mariahilf können Haftentlassene unter Anleitung wieder lernen, einen Haushalt zu führen, sie werden bei Behördenwegen und -in Kooperation mit der Caritas - bei der Arbeitssuche unterstützt. Seit der Gründung haben auf diese Weise bereits mehr als 3.000 Menschen Starthilfe erhalten. Bei der Jubiläumsfeier wurde auch der langjährige Leiter des Wohnheims und Pionier der Haftentlassenenseelsorge in der Erzdiözese Wien, Karl Buchwald, geehrt. Er war seit 1974 in diesem Bereich tätig und leitete ab 1984 das Wohnheim Mariahilf. Weihbischof Franz Scharl würdigte beim Festakt Buchwalds Engagement und dessen Mut, neue Projekte in Angriff zu nehmen und immer den Menschen in den Mittelpunkt seiner Bemühungen zu stellen.

In dem vom "Verein für Integrationshilfe" geführten Haus in Mariahilf sind Haftentlassene untergebracht, die auf ihrem Weg zurück in ein normales Leben betreut und begleitet werden. Derzeit finden dort 28 Haftentlassene Platz. Weiters führt der Verein auch noch eine Reihe von Wohnungen, sodass insgesamt 40 Personen von zwei Sozialarbeitern, Zivildienern und ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut werden können.

Von den 40 Haftentlassenen sind rund 95 Prozent Männer. Allerdings steht immer auch auch eine Startwohnung für Frauen zur Verfügung. Viele Menschen kämen aus der Haft und stünden ohne Arbeit und Rückhalt von der Familie vor dem Nichts, so der langjährige Mitarbeiter von Karl Buchwald, Wolfgang Püls, am Rande des Festakts im "Kathpress"-Gespräch.

Durchschnittlich werden die ehemaligen Häftlinge sieben Monate lang betreut, lediglich sechs Prozent würden in dieser Zeit rückfällig. Bislang konnten rund 50 Prozent während ihres Heimaufenthalts auch einen Arbeitsplatz finden, so Püls. Durch die aktuelle Wirtschaftskrise wird dies nun aber immer schwieriger. Rund zwei Drittel der Klienten können aber zumindest nach ihrem Aufenthalt eine eigene Wohnung beziehen.

Die meisten Haftentlassenen, die vom "Verein für Integrationshilfe" betreut werden, waren wegen verschiedener Eigentumsdelikte im Gefängnis. Immer häufiger liegt das Motiv dafür in der sogenannten Beschaffungskriminalität für Suchtmittel. Drogen stellten daher auch in der Betreuung nach der Haft eine der größten Herausforderungen für die Sozialarbeiter dar, erklärte Püls.

Der "Verein für Integrationshilfe" wurde 1971 von den Wiener Priestern P. Leonhard Bianchi (1915-2007) und Anton Eder (1928-2003) gegründet. Die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter kamen anfangs hauptsächlich aus der "Legion Mariens", inzwischen engagieren sich auch viele andere Ehrenamtliche. Die Arbeit wird auch vom Justizministerium unterstützt. Obmann des "Vereins für Integrationshilfe" ist derzeit Dompropst Msgr. Ernst Pucher.

Der kirchliche Verein führt auch in der Blutgasse in der Inneren Stadt eine eigene Beratungsstelle. (Tel. 01/512.30.10, E-Mail:
beratung.haftentlassene@netway.at).

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