Respektable Strategie (von Claudia Grabner)

Ausgabe 2. Okt. 2009

Klagenfurt (OTS) - Freilich: Wir wollen keinen Finanzminister, der sich hysterisch die Haare rauft. Auch keinen, der den finanzpolitischen Kollaps dämmern sieht. Aber was wir am allerwenigsten wollen (dürfen), ist ein Finanzminister, der den ausufernden Staatshaushalt respektabel findet. Nicht etwa respektabel ironisch gemeint. Nein - Josef Pröll meint es im Sinne von gut und zufriedenstellend. Konsequenterweise hat er auch keine Eile, dem Bankrott (durchaus wörtlich zu nehmen) entgegenzusteuern. Warum auch? Wenn alles leiwand ist (wie es die Wiener Regierungsspitze vielleicht sagen möchte), kann Österreich so weitermachen ... Sollte Pröll auch nicht ganz so relaxed sein - er muss so tun, als ob. Weil er seine Klientel (und die sitzt nun einmal in Banken und Konzernen) weiterhin durch die Krise zu füttern hat. Da wäre es ein bisschen patschert, dem Rest Österreichs ein Sparpaket aufzuhalsen. Das kann (muss!) warten. Bis 2011 das Schlimmste für die Krisenverursacher überwunden sein wird. Erst dann geht?s ans Eingemachte - für die Krisenopfer.

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