"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Tiroler Milch statt Milchpulver" (Von Miriam Sulaimann)

Ausgabe vom 2. Oktober 2009

Innsbruck (OTS) - Während sich der Milchpreis europaweit erholt, sinkt er in Tirol weiter. Nur Innovationen retten die Bauern.
Seit über zehn Jahren ist das Bauernsterben in aller Munde. Geändert hat sich nicht viel. Im Gegenteil: Immer mehr Bauern überlegen sich, die Viehhaltung an den Nagel zu hängen. Kein Wunder: Die Aussichten sind nicht rosig. Der Milchpreis sinkt weiter, das Ansehen des Berufsstandes schwindet. Den Weg aus der Misere kann aber nicht die Politik aufzeigen. Das müssen die Bauern selbst tun - gemeinsam mit der Tirol Milch. Die Landwirte sind nicht unschuldig an der Krise. Überproduktion brachte sie in den Teufelskreis. Aber selbst wenn die Bauern jetzt - wie dringend erforderlich - die Produktion drosseln, haben die wenigsten eine Zukunft. In Deutschland hat sich so mancher etwa mit Solaranlagen auf den großen Stalldachflächen ein zusätzliches Standbein geschaffen. Noch eine größere Chance bietet aber - so ironisch es klingt - der Analogkäse. Die Konsumenten sind verunsichert. Und wem können sie also mehr trauen als dem Bauern von nebenan? Der Abhofverkauf diverser Produkte nahm bereits um 20 Prozent zu, Steigerungen möglich. Genau hier ist die Tirol Milch in die Pflicht zu nehmen - sie muss Tirols Milch als DAS Qualitätsprodukt schlechthin vermarkten. Vertrauen ist das überzeugendste Verkaufsargument. Neben dem Grundnahrungsmittel Milch braucht es aber neue Produkte, auch für den Export. Letztlich muss so ein Milchpreis, der den Bauern fair ihre Leistung vergütet, möglich sein. Sonst werden nicht nur die Kinder der Touristen, sondern auch die der Tiroler künftig überrascht sein, wenn ihnen eine echte Kuh über den Weg läuft - und diese nicht lila ist.

Rückfragen & Kontakt:

Tiroler Tageszeitung, Chefredaktion , Tel.: 05 04 03 DW 610

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PTT0001