"KURIER-Kommentar" von Karin Leitner: "Angegraute Genossen"

Es rächt sich, dass die SPÖ die Nachwuchspflege vernachlässigt hat.

Wien (OTS) - Ob in Kärnten, Vorarlberg oder anfänglich auch in Oberösterreich - trotz eines Wahldebakels trat der SPÖ-Spitzenkandidat und Parteichef nicht zurück. Das liegt nicht nur daran, dass diese Leute nicht von der Macht lassen wollen (die ist nach solchen Niederlagen ohnehin begrenzt). Es rührt auch daher, dass es keine logischen Nachfolger gibt.
Die SPÖ hat verabsäumt, den Nachwuchs zu pflegen. Mitunter werden auch vielversprechende Junge kleingehalten - aus Angst der Altvorderen, sie könnten ihnen Konkurrenz machen. Das rächt sich jetzt.
In Oberösterreich folgt dem glücklosen Erich Haider der 63-jährige Josef Ackerl. Der "Großvater aller Genossen" will nicht nur vorübergehend oben stehen; er wird beim Parteitag 2010 antreten. Dass es nicht darauf ankomme, "wie alt man ausschaut, sondern wie jung man im Kopf ist", stimmt, wenn man sich die 28-jährige SPÖ-Geschäftsführerin Laura Rudas vor Augen führt. Eine junge Frontfigur garantiert nicht den Zulauf unter 30-Jähriger, von denen sich immer weniger für die Sozialdemokraten erwärmen. Die 60-plus-Generation ist für diese aber auch keine Ansage. "Enkel lieben ihre Opas", sagt Ackerl. Das heißt nicht, dass sie Opas wählen.

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