Bisphenol A in Babyschnullern: Untersuchungen laufen

"Migrationswerte" entscheidend für mögliche Gesundheitsgefahr

Wien (OTS) - Das Bundesminister für Gesundheit (BMG) stellt zu den heutigen Aussagen über gesundheitsgefährdende Gehalte von Bisphenol A (BPA) in Babyschnullern folgendes richtig: Der Gehalt von Bisphenol A in Babyschnullern lässt keinen Rückschluss zu, ob und wie viel von dieser Substanz beim Lutschen durch Kinder aufgenommen wird. Derzeit wird über Gehalte in Kunststoffprodukten gesprochen, nicht über die entscheidenden Migrationswerte - also jene Menge, die den Schnuller verlässt und vom Kind aufgenommen wird. Ein Bestandteil, der im Kunststoff fest eingeschlossen ist und das Material nicht verlassen kann, kann nicht auf den Menschen einwirken.

Das BMG hat unmittelbar nach dem ersten Bekanntwerden von hohen BPA-Gehalten vor zwei Wochen Untersuchungen der Migration und der Gehalte angeordnet. Derzeit wird im Labor der AGES genauer untersucht, auf welchem Weg BPA in unterschiedliche Bestandteile der Schnuller gelangen kann (Haltering, Schild, Sauger). Abzuklären ist jedenfalls, ob eine Migration überhaupt stattfindet und welche Werte sich messen lassen. Von den Ergebnissen der laufenden Schwerpunktaktion bei Schnullern wird das weitere Vorgehen abhängen.

Das Ergebnis der Untersuchungen von Global 2000 ist laut AGES insofern überraschend, als für die Herstellung der weichen Saugteile von Schnullern an sich kein BPA verwendet wird. Laut ersten Untersuchungsergebnissen der AGES wurde BPA nachgewiesen. Die ersten Werte sind allerdings 10-fach niedriger als jene von Global 2000. Weitere Untersuchungen zur Bestätigung der Analyseergebnisse laufen. In Folge muss dringend geklärt werden, über welche Eintragsquelle BPA in den Saugteil gelangt. Für eine Bewertung möglicher Auswirkungen auf die Gesundheit ist aber der so genannte "Migrationswert" entscheidend, das heißt, ob und in welchen Mengen BPA aus dem Saugteil eines Schnullers freigesetzt und vom Kind aufgenommen würde.

In diese Richtung geht auch ein Entschließungsantrag des Parlaments, der am 23.9.2009 von allen fünf Parteien einstimmig angenommen wurde. Dieser stellt ebenfalls die sorgfältige Abklärung der Migration bei Schnullern in den Vordergrund.

BPA ist Ausgangsstoff des weltweit verwendeten Hart-Kunststoffes Polykarbonat. Er ist in der EU zugelassen, allerdings durch einen Grenzwert beschränkt. Wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigt, sind Materialien und Lebensmittel bei Einhaltung dieses Grenzwertes für den Menschen sicher. Diese Meinung teilt auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung und als vergleichbare Einrichtung in Österreich die AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit).

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